131201SEPAHarburg - Überweisung und Lastschrift gehören ab 1. Februar kommenden Jahres der Vergangenheit an. Der Begriff SEPA ist in der Wirtschaftswelt derzeit allgegenwärtig.

Dahinter verbirgt sich der Umstand, dass dann alle bekannten, nationalen Überweisungs- und Lastschriftverfahren abgeschaltet und durch die Einführung des einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraums, der Single Euro Payments Area (SEPA), ersetzt werden. Für Unternehmen bedeutet dies weitreichende Veränderungen. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Frank Jäschke und Cord Köster, Direktor für den Marktbereich Firmenkunden, von der Sparkasse Harburg-Buxtehude erläutern in den akuten Handlungsbedarf.

Welches sind die wesentlichen Veränderungen, denen sich jedes einzelne Unternehmen stellen muss?
Frank Jäschke: Das sind eine ganze Reihe von Punkten. Die Unternehmen müssen ihr individuelles Finanzbuchhaltungssystem und ihre Zahlungsverkehrsanwendungen an die neuen SEPA-Verfahren anpassen, sie müssen ihre Geschäftspapiere um die internationale Kontonummer (IBAN) und die internationale Bankleitzahl (BIC) ergänzen, sie müssen intern die IBAN und BIC aller Geschäftspartner erfassen und schließlich die neuen SEPA-Lastschriftmandate anstatt der alten Einzugsermächtigungen verwenden.

Woran hapert es aktuell am meisten?
Jäschke: Das sind eindeutig die sogenannten SEPA-Inkassovereinbarungen. Wir haben bereits im Frühjahr alle unsere Firmenkunden per Brief und mit gesonderten Veranstal-tungen eingehend  informiert. Im Oktober haben wir die zweite Beratungswelle gestartet. Bis zum heutigen Tage liegt die Rücklaufquote der Inkassovereinbarungen aber nur bei knapp über 50 Prozent.

Was wären die Konsequenzen, wenn bis zum 1. Februar 2014 keine Inkassovereinbarung vorliegen würde?
Cord Köster: Der Gesetzgeber gibt uns unmissverständlich vor, dass wir ab diesem Zeitpunkt keine alten Lastschrifteinreichungen mehr annehmen dürfen. Für Unternehmen, die keine neue Inkassovereinbarung abgeschlossen haben, dürfen wir ab diesem Tag kein Geld mehr für Forderungen per Lastschrift einziehen. Das kann im Extremfall bei diesen Unternehmen zu einem Liquiditätsengpass führen. Solch eine Situation ist weder im Interesse des Kunden noch im Interesse der Sparkasse.

Was empfehlen Sie Unternehmern, um dem beschriebenen schlimmsten Fall rechtzeitig vorzubeugen?
Köster: Ihnen allen haben wir in den vergangenen Wochen und Monaten das benötigte Formular zugeschickt. Die neue SEPA-Inkassovereinbarung ist sogar mit den uns bekannten Daten vorausgefüllt. Der Unternehmer muss nur noch die Gläubiger-ID, die er online bei der Deutschen Bundesbank beantragen kann, einsetzen und das Formular unterschrieben an uns zurücksenden.

Das klingt ja relativ einfach. Dann bleiben also noch fast zwei Monate Zeit, der Sparkasse die Vereinbarung einzureichen.
Jäschke: Von einer solch langen Wartezeit raten wir dringend ab. Wir haben bei einigen Unternehmen festgestellt, dass nicht vom ersten Tag an alles perfekt läuft. Dafür sind viel zu viele unterschiedliche Systeme für die Finanzbuchhaltung und Warenwirtschaft im Umlauf. Wir empfehlen daher, nicht erst kurz vor dem 1. Februar 2014 auf die neuen SEPA-Verfahren umzustellen. Das funktioniert nämlich schon jetzt. Durch die zeitnahe Umstellung lässt sich noch vor dem Weihnachtsgeschäft und den Tätigkeiten zum Jahreswechsel feststellen, ob das individuell verwendete System auch mit IBAN und BIC arbeiten kann und ob das Online-Banking fit ist für SEPA. Vermeiden Sie es unbedingt, unter Zeitdruck zu geraten!

Und was kann ich als Kunde tun, wenn doch einmal Probleme auftreten und ich mir nicht allein weiterhelfen kann?
Köster: Natürlich verstehen wir es als unsere ureigene Aufgabe, alle Kunden der Sparkasse Harburg-Buxtehude bei den bevorstehenden Umstellungsprozessen zu unterstützen. Das gilt insbesondere dann, wenn Sie Antworten benötigen oder vielleicht auch eine Idee, wie Sie ein bestimmtes Problem angehen können. Ihr persönlicher Firmenkundenberater steht Ihnen jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Für gezielte Fragen zum Thema SEPA haben wir eine Telefon-Hotline eingerichtet. Unter der Telefonnummer 040/76691-2550 hilft unser Electronic Banking Team schnell und kompetent. dl