121201EcoCityHarburg - Selbst an den lautesten Ecken Harburgs sollen jetzt Wohnungen gebaut werden. Architekt Sebastian Knorr (tec architecture) präsentierte jetzt seine Pläne für 65 Wohnungen an der Neuländer Straße Ecke Hannoversche Straße gegenüber der Eisenbahnbrücke. Die frei finanzierten Wohnhäuser sollen das Projekt EcoCity auf dem ehemaligen Werksgelände der New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie abrunden.  Im Lärm sieht Knorr kein Problem, den könne man durch eine geschickte Gestaltung der Fassaden verringern – unter anderem durch den Einbau von „HafenCity-Fenstern“ , die den Lärmpegel in den Zimmern selbst bei geöffneten Fenstern nicht über 30 Dezibel steigen lassen.

 

Knorr stellt sich drei Häuser vor –  eins an der Neuländer Straße mit fünf Etagen in einer der alten Fabrikhallen, eins dahinter mit „Erdgeschoss und sechs Etagen“, dazwischen ein begrünter Innenhof und ein flacherer Bau mit begrüntem Dach an der Hannoverschen Straße.   Zielgruppe sind vor allem Familien und Studenten. Harburgs Baudezernent Jörg Penner hält die ersten Skizzen für „sehr gut, sehr kreativ“.

Dennoch:  Es gehört schon viel Optimismus dazu, an das Projekt „Ecocity“  zu glauben. Die Idee, das ehemalige Gummikamm-Werk in ein grünes Stadtquartier mit Lagerhallen, Büros und einem spektakulären Hotelturm zu verwandeln, schien zunächst sehr verlockend. Und das auf regenerativen Energien basierende Konzept der energetischen Selbstversorgung sollte ein Sahnehäubchen auf dem Forschungsstandort Harburg werden.

Doch bei der praktischen Umsetzung stolperte „Ecocity“ ziemlich schnell –  nach Auskunft der Projektentwickler lag das an einer unterschätzten Belastung der alten Gummikamm-Hallen mit Nitrosaminen und am Hamburger Denkmalschutzamt. Nach Auskunft Harburger Politiker taten auch die zum Teil recht wenig konkreten Präsentationen ein Übriges. Als dann der Bau eines großen Strahlentherapie-Zentrums an der Ecke Neuländer Straße/Hannoversche Straße nicht in die Puschen kam, wurden die Zweifel größer.

Die Projektentwickler geben sich aber trotzdem zuversichtlich. Ende 2013 wollen sie einen Bauantrag für die Wohnhäuser bauen, auch bei der Sanierung der restlichen Werkshallen komme man gut voran und über den geplanten Hotelturm wolle man demnächst auch mehr verraten. ag