120426rennwagen2 Eißendorf- Vorsprung durch Technik. So lautet der gelungene Werbeslogan eines bekannten deutschen Autoherstellers. Dass sich dieser ohne weiteres auf die TU Harburg münzen lässt, beweisen 50 Studenten mit einem ganz

besonderen Projekt, dass unter dem Namen e-gnition läuft. Mit der Unterstützung von über 50 Unternehmen konstruieren die "Tüftler" derzeit einen Rennwagen mit Elektroantrieb.

Aus der Idee, die vor einem Jahr am Institut für Lasertechnik entstand, ist inzwischen ein zukunftsfähiges Rennauto entstanden. Der egnition, der aussieht wie ein Gefährt aus einem Action-Film, ist vollgepackt mit innovativer und moderner Technik. Formel 1-Verdächtig ist zum Beispiel die Antriebswelle zwischen Motor und Rad. Diese wird nicht wie herkörmlich aus Stahl, sondern aus Faserverbundwerkstoffen gefertigt und ist so wesentlich leichter und stabiler. Im Test sind derzeit ein glasfaserverstärkter Kunststoff mit einem Anteil an Kohlestoffnanoröhren. Der Clou: So kann das Material selbst messen und Daten von der Antriebswelle an die Fahrzeugsteuerung senden.

Das für die Entwicklung dieses Elektroautos, das Wissen aus dem Physik-Unterricht der 10. Klasse nicht ausreicht, zeigt auch folgendes Feature: Das Unternehmen NXP Semiconductors, fünftgrößter Chiplieferant für die Automobilindustrie, berät das Team in Sachen Fahrzeugvernetzung. Für die Kommunikation innerhalb des Fahrzeugs zwischen den Elektronikbauteilen sowie nach draußen zur Außenwelt werden verschiedene Chips eingebaut. Durch eine Telematikeinheit kann das Fahrzeug Daten wie Akku-Ladezustände, Temperatur und Lenkwinkel direkt an den "Rennstall" senden. Und auch an die Sicherheit wird gedacht: Derzeit entwickeln die Studenten ein Sensorsystem für die Überwachung der Fahrsicherheit. Die schwer löschbaren Lithium-Ionen-Batterien lagern hinter brandhemmenden Plexiglas, eine Crash-Box schützt den Fahrer vor einem Aufprall.

Neben den technischen Fähigkeiten steht aber natürlich auch der Spaß am Projekt im Vordergrund. Prof. Dr. Claus Emmelmann, Leiter des Instituts erklärt: "So macht das Studium Spaß, wenn man Gelegenheit hat, in der Praxis auszuprobieren und anzuwenden, was man sich theoretisch im Hörsaal erarbeitet hat." (pw)

Und so sieht der Rennwagen aus:

 

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