120316ReweNeugraben - Jetzt macht Rewe Druck: In einem Schreiben, das CDU-Kreischef Ralf-Dieter Fischer vorliegt, droht der Lebensmittelkonzern mit einem Rückzug aus Neugraben, falls er im dritten Quartal 2012 nicht mit dem Umbau

des Autohauses Rubbert an der Cuxhavener Straße in einen Lebensmittel-Vollsortimenter (Foto) beginnen kann. Die Neueröffnung des Rewe-Marktes an der vielbefahrenen B73 schien längst beschlossene Sache. In der Bezirksversammlung hatte es breite Zustimmung für die Einleitung eines neuen Planverfahrens gegeben. Nur GAL und Linke waren dagegen.

Ein neuer Plan muss dringend her, denn bisher war Einzelhandel an dieser Stelle ausdrücklich nicht erwünscht. Auf diese Weise wollte die Politik das Neugrabener Zentrum schützen, in dem die Geschäfte nicht gerade besonders stark blühen. Diese Sichtweise war auch durch ein Einzelhandels-Gutachten gestützt.

Doch dann machten CDU, SPD und FDP – allen voran Ralf-Dieter Fischer – Rewe neuen Mut. Der Konzern hatte seinen alten Markt im  Süderelbe-Einkaufszentrum kurz vorher dicht gemacht, weil dort die Umsätze zurückgingen. Die Politik sagte Rewe zu: „Wir ändern für euch das Baurecht.“

Plötzlich aber wuchs der Widerstand. Bei einer gut besuchten Bürgerversammlung im Gymnasium Süderelbe sprach sich nur eine Handvoll Bürger für die Pläne von Rewe aus. Der frühere Harburger Bezirksamtsleiter (1977 –1984) Helmut Raloff brachte die Kritik auf den Punkt: „Wir würden uns über einen Rewe-Markt in Neugraben sehr freuen. Aber nicht an dieser Stelle.“

Inzwischen teilen auch immer mehr SPD-Bezirksabgeordnete diese Auffassung. Sie hat es offenbar nachdenklich gemacht, das sich nun auch Handwerkskammer und Handelskammer gegen den Rewe-Plan ausgesprochen haben. Nach der jüngsten Sitzung des Stadtplanungsausschusses sagte ein SPD-Bezirksabgeordneter: „Auch wenn Rewe jetzt Druck macht: Wir lassen uns nicht erpressen und zu einer übereilten Entscheidung drängen.“ mz