120220BOCNeuland – Der Fahrradspezialist B.O.C. bereitet einen Umzug seiner Verwaltung vom Großmoorbogen nach nördlich der Elbe vor. Grund sind laut Diethard Krone Meinungsverschiedenheiten bei der

Erneuerung des bald ablaufenden Vertrages mit dem Vermieter. Dabei geht es um die drei Etagen, in denen die Verwaltung sitzt. „Der Markt an sich steht nicht zur Diskussion“, sagt Krone. Dort werden auf rund 2.000 Quadratmetern Fahrräder, Zubehör und Serviceleistungen angeboten.

Der Vermieter hat bereits eine neue Nutzungsanfrage bei der Verwaltung gestellt. Danach sollen dort ein Veranstaltungszentrum und ein angrenzender Beherbergungsbetrieb entstehen. Das wäre auch ohne Auszug der Ladenfläche möglich. Der hintere Bereich des Gebäudes steht bereits seit Jahren leer. Die oberen Etagen würden nach einem Auszug der B.O.C-Verwaltung umgebaut. Bislang werden von dort von aus 33 Filialen im gesamten Bundesgebiet, vier davon in Hamburg, gesteuert.

Der Umzug hat auch politische Brisanz. Die Fraktionen im Rathaus sind sauer, weil sie eher beiläufig von der Verwaltung von einem möglichen Umzug der B.O.C-Zentrale erfahren haben. In der Kritik steht dabei vor allem Harburgs Baudezernet Jörg Heinrich Penner. Dem wird vorgeworfen die Politik bei drohenden Abwanderungen von Unternehmen zu wenig einzubinden.

Richtig Murks hat Penner in den Augen seiner Kritiker, darunter CDU-Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer, in Sachen Staufenbiel gemacht. Der bei vielen Harburger als eher kleiner Spielzeugladen bekannte Betrieb ist in Wirklichkeit ein echter Riese in der Modellbaubranche. Rund 60 Millionen Euro setzt das Unternehmen um. Dabei ist das Ladengeschäft „Nebensache“. Der Umsatz wird im Versandhandel gemacht. Über 30.000 Kunden aus ganz Europa kaufen bei dem Unternehmen. Lange hatte Staufenbiel einen Standort in Harburg gesucht. Dann hatte man sich entnervt für Barsbüttel entschieden und sich dort Mitte vergangenen Jahres angesiedelt. Damit gingen Hamburg auch die Einnahmen aus der Gewerbesteuer und zahlreiche Arbeitsplätze flöten. zv