090728SietasNeuenfelde - Die 1635 gegründete Sietas-Werft, einer der ältesten Schiffbaubetriebe der Welt, ist pleite. Laut Geschäftsleitung wurde bereits am Donnerstag ein Insolvenzantrag wegen Überschuldung gestellt. In den letzten

Wochen war mit Unterstützung von Wirtschaftssenator Frank Horch nach Investoren gesucht worden. Vergeblich. Es wird zu Entlassungen unter den rund 700 Mitarbeitern kommen. Aufträge sollen abgearbeitet werden. Bis zum Frühjahr muss ein Investor gefunden werden.

 

Die SPD-Bürgerschaftsfraktion hat die Einleitung des Insolvenzverfahrens für die Sietas-Werft als "bitter, aber angesichts der finanziellen Rahmenbedingungen wohl unvermeidlich" bezeichnet." "Das eingeleitete Insolvenzverfahren ist nicht hoffnungslos, es bietet durchaus die Möglichkeit, für die Sietas-Werft und ihre Mitarbeiter tragfähige und verlässliche Perspektiven zu erarbeiten", meint SPD-Fraktionsvize Thomas Voelsch,  der selbst auch Wahlkreisabgeordneter für Neuenfelde ist.

Sietas hatte schon 2008 vor dem Aus gestanden, nachdem Aufträge für acht Containerschiffe storniert wurden. 2009 gab Inhaber Hinrich Sietas das Management der Werft an den früheren Airbus-Manager Rüdiger Fuchs und den Betriebswirt Rüdiger Wolf ab. Die neue Geschäftsführung hatte die Produktion von Containerschiffen auf Spezialschiffe umgestellt.

Rechtsanwalt Berthold Brinkmann ist zum Insolvenzverwalter ernannt worden. Laut Brinkmann sollen alle fünf in Auftrag befindlichen Schiffe, drei Fähren für eine dänische Reederei, ein Errichterschiff für Offshore-Windparks und ein Saugbagger, fertiggestellt werden.