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Wirtschaftsverein: Über 200 Gäste wollten Frank Horch hören
Montag, den 24. Oktober 2011 um 22:15 Uhr

111024WVHeimfeld - Als Otto Graf Lamsdorff als Wirtschaftsminister nach Harburg zur Monatsveranstaltung des Wirtschaftsvereins kam, war der Andrang so groß, dass der große Festsaal gebraucht wurde. Den

großen Saal brauchte der Wirtschaftsverein auch als Günter Rexrodt, ebenfalls als Wirtschaftsminister, und Kurt Biedenkopf als Ministerpräsident kamen.

Jetzt ist es wieder passiert. Der Mann, den die über 200 Wirtschaftslenker aus Harburg und der Metropolregion am Montagabend im Privathotel Lindtner hören wollten, war Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch. Kein Wunder. Was in seiner Behörde entschieden oder gefördert wird, hat direkten Einfluss auf die Firmen der Zuhörer.

Wirtschaftlich müssen sich die Unternehmer der Metropolregion weniger Sorgen machen. Die Wachstumsprognose für Hamburg liegt mit bis zu 1,5 Prozent weit über dem Bundesdurchschnitt. Es gibt einen starken Mittelstand, Schlüsselbereiche der Industrie, ein ausgeprägtes Dienstleistungswesen und die Stadt liegt geografisch günstig.

Probleme macht der Verkehr. 2025 sollen 25 Millionen Container im Hafen umgeschlagen werden, heute sind es rund 10 Millionen. Während nach Aussage von Senator Horch die Flächen der Terminals nicht erweitert werden müssen und der Zuwachs durch bessere Technik und Organisation bewältigt werden wird, ist der Abtransport das Problem.

"Die A20 ist langfristig unverzichtbar", sagte Horch. "Die A26 muss in Kürze zum Abschluss gebracht werden." Auch die Hafenquerspange und die Y-Trasse für den Bahnverkehr sind existenziell. Dazu müssten die Binnenwasserstraßen verbessert werden. "Bislang liegt der Anteil der Binnenschifffahrt im Hafen bei gerade Mal zwei Prozent", sagt Horch. Der solle auf fünf Prozent gesteigert werden, was im Vergleich zu anderen Häfen noch niedrig ist. Bei der Elbvertiefung sei man ein Stück weiter. "Wir sind auf einem guten Weg", so Horch. Der Wirtschaftssenator erwartet demnächst den positiven Bescheid der EU für das Projekt. 2012, so die Ansage Horchs, soll das Planfeststellungsverfahren beginnen.

Das Problem: Bei vielen Projekten ist Hamburg nicht federführend, weil sie in anderen Bundesländern realisiert werden müssen. Zudem ist die Hansestadt bei keinen der Vorhaben in der Lage es selbst finanziell zu stemmen. In allen Fällen sind Gelder vom Bund und der EU nötig. Ob die wie gewünscht fließen, ist unklar.

 

Kurzfristige Entlastung soll ein am Freitag in seiner Behörde fertiggestelltes Konzept bringen. Dabei geht es um weniger um neue Ideen, als um eine bessere Verkehrssteuerung und Optimierung aller bestehenden Faktoren, die Einfluss auf den Verkehr haben. Auch die Instandhaltung der Straßen wird zu einer Schlüsselfrage. "Wenn in Hamburg die Straßen verfallen, führt das zum Gau", so Horch. Damit das nicht passiert wurde der Etat für Reparaturen von 38 auf 60 Millionen Euro aufgestockt.

Thema Wilhelmsburger Reichsstraße: auch die Verlegung ist nötig. Zur igs und IBA wird es garantiert nichts. Jetzt gebe es "tiefe Überlegungen" wie man während der Ausstellungen verfährt. "Die Strecke ist für den Berufsverkehr von elementarer Bedeutung", so Horch. Bei einer Sperrung würde der Verkehr komplett zusammenbrechen. zv

Die Bilder der Veranstaltung gibt es hier

 
 

Kommentare  

 
#4 Hafenkind 2011-10-27 08:58
Wenn auf der A1 und der A7 Stau ist, nützt
auch die Hafenquerspange nichs! Dann staut es sich dort auch. Immerhin ist es dann eine weitere Staufläche für Fahrzeuge!
Und durch die Deckelung der A7 nördlich des Elbtunnels sind ja ca. 10 Jahre Dauerstau prognostiziert.
Die einzige Lösung ist wohl der Vorschlag von Herrn Marnette, die Container in einer Tunnellösungan die Peripherie zu bringen.
Nicht kleckern, sondern klotzen!
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#3 Rainer Böhrnsen 2011-10-26 11:32
Die Hafenquerspange hat nicht mal bei der HPA Priorität. Im "Masterplan Straße Hafen" hat sie die gleiche Wertigkeit wie eine Ertüchtigung der vorhandenen Verkehrswege. Herr Wolf von der Handelskammer hat vor Kurzem in einem Interview davon gesprochen, dass man auch mit einer Ertüchtigung der bestehenden Straßen auskäme, wenn die HQS nicht gebaut würde. Außerdem hängt ihr Bau davon ab, ob die Elbvertiefung kommt, und es Herrn Marnette gelingt, sein Projekt mit dem Y-Tunnel zu realisieren. Beides hätte Auswirkungen auf die Nutzung und somit den Bedarf der HQS. Und wirklich WISSEN, ob eine Steigerung von 16 Mio. TEU in 14 Jahren möglich ist, kann eigentlich nur der Teufel, und von mir aus auch die Götter. Sie werden erleben, dass im nächsten "Hafenentwicklun gsplan 2015" diese Annahme relativiert wird, weil sich jeder, der diese Zahlen 1 zu 1 übernimmt und verteidigt, selbst in Fachkreisen lächerlich macht.
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#2 Lars Müller 2011-10-26 09:05
@Böhrnsen - wie es mit dem Hafenumschlag und Verkehren weitergeht weis nicht der Teufel sondern wird durch Prognosen und Gutachten aufgezeigt. Die Hafenquerspange ist alles andere als überflüssig - da braucht man nur mal den Verkehr und die Staus auf den Autobahnen und den Bundesstraßen dazwischen ansehen. Das erleben die LKW und PKW Fahrer täglich. Klar es geht auch ohne Wirtschaft, Arbeit, Hafen, Container und Verkehr. Ging ja vor hundert Jahren auch.
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#1 Rainer Böhrnsen 2011-10-25 14:42
Im Hafen werden z. Zt. nicht 10 Mio. TEU umgeschlagen, sondern ca. 9 Mio. TEU.
Um diesen Containerumschl ag zu erreichen, hat der Hafen mehr als 30 Jahre gebraucht, unter ausnehmend guten Bedingungen (Containerisier ung, Öffnung der Grenzen Richtung Osteuropa).Wie schon etliche Hafenexperten formuliert haben, sind die fetten Jahre vorbei. Wie man dann davon ausgehen kann, der Containerverkeh r werde in 14 Jahren um 16 Mio. TEU steigen, kann eigentlich nur der Teufel wissen. Aber dieser Wahnsinn hat im Hafen Methode. Mit vergleichbar überzogenen Prognosen ist seinerzeit die Hafenerweiterun g begründet worden. Spätestens Mitte der 90er Jahre müsse in Moorburg ein Hafen sein, und der Containerverkeh r verbrauche 6-7 mal soviel Fläche wie der herkömmliche Stückgutumschla g hat es geheißen. Beides krasse Fehlannahmen. Jetzt wird mit der gleichen Unmäßigkeit versucht, die überflüssige Hafenquerspange zu rechtfertigen. Wenn es einmal geklappt hat, warum nicht zweimal ?
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