111024WVHeimfeld - Als Otto Graf Lamsdorff als Wirtschaftsminister nach Harburg zur Monatsveranstaltung des Wirtschaftsvereins kam, war der Andrang so groß, dass der große Festsaal gebraucht wurde. Den

großen Saal brauchte der Wirtschaftsverein auch als Günter Rexrodt, ebenfalls als Wirtschaftsminister, und Kurt Biedenkopf als Ministerpräsident kamen.

Jetzt ist es wieder passiert. Der Mann, den die über 200 Wirtschaftslenker aus Harburg und der Metropolregion am Montagabend im Privathotel Lindtner hören wollten, war Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch. Kein Wunder. Was in seiner Behörde entschieden oder gefördert wird, hat direkten Einfluss auf die Firmen der Zuhörer.

Wirtschaftlich müssen sich die Unternehmer der Metropolregion weniger Sorgen machen. Die Wachstumsprognose für Hamburg liegt mit bis zu 1,5 Prozent weit über dem Bundesdurchschnitt. Es gibt einen starken Mittelstand, Schlüsselbereiche der Industrie, ein ausgeprägtes Dienstleistungswesen und die Stadt liegt geografisch günstig.

Probleme macht der Verkehr. 2025 sollen 25 Millionen Container im Hafen umgeschlagen werden, heute sind es rund 10 Millionen. Während nach Aussage von Senator Horch die Flächen der Terminals nicht erweitert werden müssen und der Zuwachs durch bessere Technik und Organisation bewältigt werden wird, ist der Abtransport das Problem.

"Die A20 ist langfristig unverzichtbar", sagte Horch. "Die A26 muss in Kürze zum Abschluss gebracht werden." Auch die Hafenquerspange und die Y-Trasse für den Bahnverkehr sind existenziell. Dazu müssten die Binnenwasserstraßen verbessert werden. "Bislang liegt der Anteil der Binnenschifffahrt im Hafen bei gerade Mal zwei Prozent", sagt Horch. Der solle auf fünf Prozent gesteigert werden, was im Vergleich zu anderen Häfen noch niedrig ist. Bei der Elbvertiefung sei man ein Stück weiter. "Wir sind auf einem guten Weg", so Horch. Der Wirtschaftssenator erwartet demnächst den positiven Bescheid der EU für das Projekt. 2012, so die Ansage Horchs, soll das Planfeststellungsverfahren beginnen.

Das Problem: Bei vielen Projekten ist Hamburg nicht federführend, weil sie in anderen Bundesländern realisiert werden müssen. Zudem ist die Hansestadt bei keinen der Vorhaben in der Lage es selbst finanziell zu stemmen. In allen Fällen sind Gelder vom Bund und der EU nötig. Ob die wie gewünscht fließen, ist unklar.

 

Kurzfristige Entlastung soll ein am Freitag in seiner Behörde fertiggestelltes Konzept bringen. Dabei geht es um weniger um neue Ideen, als um eine bessere Verkehrssteuerung und Optimierung aller bestehenden Faktoren, die Einfluss auf den Verkehr haben. Auch die Instandhaltung der Straßen wird zu einer Schlüsselfrage. "Wenn in Hamburg die Straßen verfallen, führt das zum Gau", so Horch. Damit das nicht passiert wurde der Etat für Reparaturen von 38 auf 60 Millionen Euro aufgestockt.

Thema Wilhelmsburger Reichsstraße: auch die Verlegung ist nötig. Zur igs und IBA wird es garantiert nichts. Jetzt gebe es "tiefe Überlegungen" wie man während der Ausstellungen verfährt. "Die Strecke ist für den Berufsverkehr von elementarer Bedeutung", so Horch. Bei einer Sperrung würde der Verkehr komplett zusammenbrechen. zv

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