110113HambankHarburg - Glanzvoller kann man kaum ein Jubiläum feiern. 700 Gäste kamen zum Jahresempfang der jetzt 150 Jahre alten Hamburger Volksbank in den größten der 647 Räume des Hamburger Rathauses, in den "großen Festsaal".

Dort bekam Vorstandssprecher Rainer Brüggestrat von Bürgermeister Christoph Ahlhaus den silbernen Portugaleser. Die Auszeichnung bekommen Menschen, die sich im Bereich von öffentlichem Wirken, Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft oder Medien um das Wohl Hamburger Bürger besonders verdient gemacht haben.

Was kaum jemand weiß: Die Hamburger Volksbank müsste eigentlich Harburger Volksbank heißen. Sie hat ihre Wurzeln auf dem Schwarzenberg. Im Juli 1861 hatten 319 Bürger, vorwiegend Handwerker und Selbstständige,  in einer Kneipe den Vorläufer der Hamburger Volksbank gegründet. Damals hieß das Modell Vorschusskasse. Es ging noch nicht um ausgefeilte Finanzprodukte, sondern um banale Kredite.

"Ein Vorschussverein ist eine Bank, die den Kunden gehört und nach den Grundsätzen der Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung arbeitet" sagt Brüggestrat. "Der Grundgedanke war, in der Region Gelder von Mitgliedern für eine sichere Anlage einzusammeln. Diese Gelder sollten wiederum anderen Eigentümern der Genossenschaft als Kredite für unternehmerische Aktivitäten ausgeliehen werden. Keiner der Eigentümer wurde in seinem Einfluss auf die Genossenschaft privilegiert, jedes Mitglied hatte nur eine Stimme, nämlich seine eigene."

Der Sitz der Hauptverwaltung war lange Zeit am Lüneburger Tor in dem historischen Backsteingebäude, in dem immer noch eine Filiale der Bank ist.

Während es die Kneipe nicht mehr gibt, läuft es bei der immer noch genossenschaftlich organisierten Volksbank prächtig. Das ist gut für Hamburg. Fünf Millionen Euro Steuern überwies das Geldinstitut letztes Jahr. Der Chef der Bank ist übrigends sehr nah an den Wurzeln der Bank geblieben. Er wohnt in Heimfeld. zv