110112ShellWilhelmsburg - Die Shell-Raffinerie auf der Hohen Schaar wird zerschlagen. Nachdem der Konzern bei seiner zwei Jahre dauernden Suche keinen Käufer für die komplette Raffinerie gefunden hat, sollen nur Teile verkauft werden.

"Die Mitarbeiter und Mitbestimmungsgremien wurden informiert, dass mit potentiellen Käufern über den Verkauf der Grundölproduktion und verbundener Anlagen in der Raffinerie Harburg verhandelt wird", heißt es in einer Mitteilung des Konzerns.

Zugleich sollen nicht veräußerbare Teile der Raffinerie für den langfristigen Betrieb als Terminal zur Lagerung und zum Umschlag von Mineralölprodukten umgebaut werden. Es sei vorgesehen, die Raffinerie in ihrer derzeitigen Struktur bis ins zweite Quartal 2012 weiter zu betreiben und den Umbau nicht unverkäuflicher Anlagenteile in einen Terminal im Laufe des Jahres 2012 abzuschließen. „Wir werden alle Anstrengungen unternehmen, um die Auswirkungen auf die Mitarbeiter so gering wie möglich zu halten“, sagte Peter Seifried, Vorsitzender der Geschäftsführung der Shell Deutschland Oil GmbH. Damit ist die Ölproduktion durch Shell an dem Standort Geschichte. 300 der 570 Arbeitsplätze sind bedroht.

 

Die Geschichte der Raffinerie begann 1929 mit der Inbetriebnahme einer neuen Fabrik zur Mineralölverarbeitung auf dem Gelände des heutigen Werksteiles Süd. Im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört, wurde die Raffinerie von 1947 bis 1949 auf dem gleichen Gelände mit einer Rohölverarbeitungskapazität von rund 500.000 Tonnen pro Jahr wiederaufgebaut. Das gesamte Areal umfasst etwa 210 Hektar. zv

 

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