100914Bagger1Moorburg – Mal wieder der Süden. Die neue Deponie für drei Millionen Kubikmeter belasteten Elbschlick kommt nach Moorburg. Gutachter haben den 45 Hektar großen Platz unter vier Möglichkeiten ausgewählt.

Auch Standorte in Billwerder-West, Kirchsteinbek und Neuenfelde waren im „Rennen“. „Die Ergebnisse des Gutachtens sprechen eine klare Sprache“, sagt Peter Wenzel, Staatsrat der Behörde für Wirtschaft und Arbeit. „Die Entwässerungsfelder in Moorburg-Mitte sind unter Umweltgesichtspunkten der optimale Standort für die neue Baggergutdeponie.“ Nicht nur die in Hamburg bei der Politik gerade voll im Trend liegenden Umweltgesichtspunkte sprechen für Moorburg. Das Gebiet gleich gegenüber vom Kohlkraftwerk muss nicht teuer angekauft werden. Es ist gut mit Schiffen zu erreichen, das spart Kosten. „Das Areal ist Eigentum der Hamburg Port Authority und daher unmittelbar verfügbar“, so der Staatsrat. „Das Baggergut braucht hier nur über eine kurze Entfernung transportiert zu werden und die Deponienutzung schont die knappen Flächenressourcen der Freien und Hansestadt Hamburg.“  Bei HPA ist man zufrieden, die Deponiepläne passen gut ins Moorburg-Konzept. „Nach ausführlichen Beratungen sind wir jedoch der Meinung, dass eine Deponie und eine zukünftige Hafennutzung in Moorburg miteinander vereinbar sind“, meint HPA-Geschäftsführer Jens Meier. „Zusätzlich unterstreicht die Wahl dieses Standorts die Zielsetzung der HPA, die ökonomischen und ökologischen Belange der Hafenentwicklung miteinander zu verbinden.“

"Das ist keine gute Nachricht für Harburg und Moorburg", sagt Thomas Völsch (SPD). "Hafenerweiterung, Hafenquerspange, Kraftwerk und jetzt noch eine Schlickdeponie, so kann man mit einem Stadtteil wie Moorburg nicht umgehen. Wir werden das Gutachten jedenfalls sehr kritisch hinterfragen."

"Ich halte es für völlig indiskutabel, den Menschen in diesem Raum neben Hafenlärm, Kraftwerksbau und einer Hafenquerspange nun auch noch eine Baggergutdeponie zuzumuten",
sagt Ronald Preuß, Fraktionschef der GAL. "Ich erwarte von unseren Vertretern in Senat und Bürgerschaft, dass sie dieses Vorhaben verhindern. Es kann nicht sein, dass man im Koalitionsvertrag alle Hafenplanungen für diese Legislaturperiode ausgeschlossen hat und nun stattdessen Hafendreck deponieren will. Überraschend finde ich zudem die Unterstützung der HPA-Pläne durch den BUND, der gerade im Zusammenhang mit der Hafenquerspange die hohe ökologische Wertigkeit diese Gebietes betont hat."

Jetzt muss die Deponie noch den Moorburgern „verkauft“ werden. In den nächsten Wochen will HPA Informationsgespräche mit den Betroffenen vor Ort führen, um sie über die weiteren Planungen zu informieren. Die nächsten Schritte der HPA sehen vor die Planung des Deponiebaus als Grundlage des Planfeststellungsverfahrens auf den Weg zu bringen. zv