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Drei Millionen Kubikmeter Elbschlick landen in Moorburg
Dienstag, den 14. September 2010 um 13:07 Uhr

100914Bagger1Moorburg – Mal wieder der Süden. Die neue Deponie für drei Millionen Kubikmeter belasteten Elbschlick kommt nach Moorburg. Gutachter haben den 45 Hektar großen Platz unter vier Möglichkeiten ausgewählt.

Auch Standorte in Billwerder-West, Kirchsteinbek und Neuenfelde waren im „Rennen“. „Die Ergebnisse des Gutachtens sprechen eine klare Sprache“, sagt Peter Wenzel, Staatsrat der Behörde für Wirtschaft und Arbeit. „Die Entwässerungsfelder in Moorburg-Mitte sind unter Umweltgesichtspunkten der optimale Standort für die neue Baggergutdeponie.“ Nicht nur die in Hamburg bei der Politik gerade voll im Trend liegenden Umweltgesichtspunkte sprechen für Moorburg. Das Gebiet gleich gegenüber vom Kohlkraftwerk muss nicht teuer angekauft werden. Es ist gut mit Schiffen zu erreichen, das spart Kosten. „Das Areal ist Eigentum der Hamburg Port Authority und daher unmittelbar verfügbar“, so der Staatsrat. „Das Baggergut braucht hier nur über eine kurze Entfernung transportiert zu werden und die Deponienutzung schont die knappen Flächenressourcen der Freien und Hansestadt Hamburg.“  Bei HPA ist man zufrieden, die Deponiepläne passen gut ins Moorburg-Konzept. „Nach ausführlichen Beratungen sind wir jedoch der Meinung, dass eine Deponie und eine zukünftige Hafennutzung in Moorburg miteinander vereinbar sind“, meint HPA-Geschäftsführer Jens Meier. „Zusätzlich unterstreicht die Wahl dieses Standorts die Zielsetzung der HPA, die ökonomischen und ökologischen Belange der Hafenentwicklung miteinander zu verbinden.“

"Das ist keine gute Nachricht für Harburg und Moorburg", sagt Thomas Völsch (SPD). "Hafenerweiterung, Hafenquerspange, Kraftwerk und jetzt noch eine Schlickdeponie, so kann man mit einem Stadtteil wie Moorburg nicht umgehen. Wir werden das Gutachten jedenfalls sehr kritisch hinterfragen."

"Ich halte es für völlig indiskutabel, den Menschen in diesem Raum neben Hafenlärm, Kraftwerksbau und einer Hafenquerspange nun auch noch eine Baggergutdeponie zuzumuten",
sagt Ronald Preuß, Fraktionschef der GAL. "Ich erwarte von unseren Vertretern in Senat und Bürgerschaft, dass sie dieses Vorhaben verhindern. Es kann nicht sein, dass man im Koalitionsvertrag alle Hafenplanungen für diese Legislaturperiode ausgeschlossen hat und nun stattdessen Hafendreck deponieren will. Überraschend finde ich zudem die Unterstützung der HPA-Pläne durch den BUND, der gerade im Zusammenhang mit der Hafenquerspange die hohe ökologische Wertigkeit diese Gebietes betont hat."

Jetzt muss die Deponie noch den Moorburgern „verkauft“ werden. In den nächsten Wochen will HPA Informationsgespräche mit den Betroffenen vor Ort führen, um sie über die weiteren Planungen zu informieren. Die nächsten Schritte der HPA sehen vor die Planung des Deponiebaus als Grundlage des Planfeststellungsverfahrens auf den Weg zu bringen. zv

 
 

Kommentare  

 
#6 Rainer Böhrnsen 2010-09-17 10:11
Nachtrag:
Es müßte eine Verbindung hergestellt werden vom möglichen S-Bahnhof in Bostelbek nach Norden zum Fürstenmoordamm . Zwischen dem Gewerbegebiet Hausbruch und der A7 wäre ausreichend Platz dafür.
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#5 Rainer Böhrnsen 2010-09-17 09:59
Sie sollten mal die ganze Leiste, von "Die Idee" bis "Ideenpaten" durchklicken und lesen. Da sind jede Menge Informationen drin.
Die Flächen sind tatsächlich alle im Eigentum der Stadt. Das gilt ebenfalls für den Wohnbereich des Ortes, von wenigen Ausnahmen abgesehen.
Mit der örtlichen Infrastruktur habe ich sicher nicht vor, einen Wissenspark anzulocken, ich zeige sie nur auf.
Es müßte in der Tat ein Bus-Pendeldienst eingerichtet werden, der sicher in weniger als 10 Minuten auf der zentralen Fläche ist.
Auch finden längst Gespräche mit Stadtplanern statt, die von der Idee höchst angetan sind.
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#4 Max 2010-09-16 20:30
Alles was ich finde, ist das: nexthamburg.de/.../...
Das erscheint mir ziemlich unausgegoren. Sind wirklich alle Flächen im Eigentum der Stadt? Beim Moorburger Berg glaube ich das sofort, aber bei der in Folie 2 ausgewiesenen großen Fläche habe ich meine Zweifel. Des weiteren ist die Behauptung mit der S-Bahn Anbindung so nicht richtig. Von der S-Bahntrasse bis zur Elbe sind es ca. 2 km. Da müsste man also noch mal einen Pendelbus einrichten, der ohne eine neue Straßenverbindu ng bestimmt 10 Minuten bis zum Wissenspark braucht. Die Folie zur Infrastruktur sagt mir nur eins: es gibt in Moorburg nichts, woran ein Wissenspark anknüpfen könnte (Feuerwehr und Schützenhof sind hoffentlich eher als Scherz gemeint). Haben Sie bzgl. dieser Idee schon mal mit richtigen Stadtplanern, z.B. von der TU, gesprochen?
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#3 Rainer Böhrnsen 2010-09-16 14:45
zitiere Max:
Wo kann man denn mal ein genaueres Konzept dazu anschauen? Auf nexhamburg finde ich nichts


Bei www.nexthamburg.de auf "Ideen für die Stadt", dann "Topideen" und dann "Wissenspark Moorburg" in der Liste der Ideen anklicken. Dann wird das Konzept zunächst mit "Die Idee" geöffnet, wo sie im Groben vorgestellt wird, auch mit Kommentaren. Dort ist sie auch weitergeschrieb en worden. In der Kopfzeile sind noch u. a. die Rubriken "Material" und Inspirationen" zu finden, die noch detailliertere Informationen enthalten.
Vielleicht findest Du jetzt was. Viel Erfolg und viel Spaß beim Lesen.
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#2 Max 2010-09-15 13:53
Wo kann man denn mal ein genaueres Konzept dazu anschauen? Auf nexhamburg finde ich nichts
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#1 Rainer Böhrnsen 2010-09-14 14:13
Das Hafenentwicklun gsgesetz wurde vor fast 30 Jahren mal verabschiedet, damit der Hafen zukünftig seine originären Aufgaben wahrnehmen kann. Und dafür braucht er mehr Fläche, dachte man. 30 Jahre lang jagt man daraufhin im Süderelberaum und besonders in Moorburg ständig eine Sau durchs Dorf und richtet schweren und umfassenden Schaden an, mit der Begründung, man verfolge all dies zum Wohle des Hafens. Jetzt ist überdeutlich geworden, dass der Hafen keine zusätzlichen Flächen braucht und heraus kommt dann nichts weiter, als das die HPA hier in Moorburg ihren Dreck ablagert.
Die Bürger Moorburgs haben demgegenüber ein Konzept für einen "Wissenspark für Umwelttechnolog ien" in Moorburg entwickelt, zu finden unter www.nexthamburg.de. Dort "Ideen für die Stadt", "Topideen" und "Wissenspark Moorburg" anklicken. Die Politik sollte mal darüber nachdenken, ob die Stadt im Hamburger Süden besser mit einer Schlickdeponie oder mit einem Wissenspark ins 21. Jahrhundert gehen sollte.
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