100903Bunker2Wilhelmsburg - Es ist ein besonders ambtioniertes IBA-Projekt. Der Flakturm an der Neuhöfer Straße soll als "Energiebunker" Teile des Stadtteils versorgen. Am Sonnabend informiert die "Geschichtswerkstatt-Wilhelmsburg"

über den Bunker, in welchem im Zweiten Weltkrieg bis zu 30.000 Menschen Schutz bei Bombenangriffen gesucht haben sollen. Ab 18 Uhr gibt es ein vielfältiges Programm um den "Klotz im Park", darunter auch eine Bildprojektion.

Wenn der Bunker fertig ist, soll in etwa 40 Metern Höhe auf einem der Flaktürme einmal ein Dokumentationszentrum stehen. Bis dahin ist es ein weiter Weg. Laut IBA soll der "Energiebunker" rechtzeitig 2013 fertig sein. Im Januar wird mit dem Ausräumen begonnen denn im Inneren ist der Bunker zerstört. 1947 hatten dort britische Soldaten eine Sprengung durchgeführt, um ihn zu "entfestigen". Mehrere Etagen sind eingestürzt. Seitdem hatte sich niemand an den Bunker heran gewagt. Abriss oder Umbau, beides war viel zu teuer und so wurde der Bunker zur größten Ruine der Stadt.

Einen Investor hatte die IBA länger gesucht und letztendlich auch gefunden. Das erst 2009 gegründete Unternehmen Hamburg Energie, eine 100prozentige Tochter von Hamburg Wasser, soll den Bunker betreiben und Energie aus einem rund 3500 Quadratmetergroßen Solarzellenfeld gewinnen. Hiermit sollen zunächst die angrenzenden knapp 900 SAGA-Wohnungen mit Warmwasser und etwas Strom versorgt werden. Das Unternehmen, welches voll auf Ökö-Strom setzt, hatte im Juni gerade mal 10.000 Kunden gewinnen können. Hamburg Energie will die Energieanlage selbst finanzieren. Dazu gehört auch der geplante große Wasserspeicher im Inneren des Bunkers, welcher mittlerweile von der Größe her abgespeckt wurde. Für die Herrichtung des Bunkers muss der Steuerzahler aufkommen. Neben der Beseitigung der Trümmer müssen auch die vier Stützpfeiler, die bei der Sprengung schwer beschädigt wurden, erneuert werden. Zur Zeit herrscht in weiten Teilen des Bunkers Einsturzgefahr.

Damit das prestigeträchtige Projekt "Energiebunker" realisiert werden kann, muss man tief in die Tasche greifen. Ursprünglich waren fünf Millionen Euro allein für die "Grundinstandsetzung" veranschlagt worden. Noch in diesem Jahr ist Baubeginn. dl