Harburg – Kahlschlag auf der Bahnhofslinse: An der Schlachthofstraße – im Bereich zwischen Elbcampus und Erstaufnahme für Flüchtlinge Neuland II sind

kurz vor Beginn der Vegetationsperiode noch eine Reihe von Bäumen gefällt und Gebüsche gerodet worden. „Das war alles genehmigt“, sagt Bezirksamtssprecherin Bettina Maak. Die Garz & Fricke GmbH habe einen Bauantrag für den Neubau einer Firmenzentrale mit Werkhalle und Verwaltungsbau gestellt. Für die Fällung der Bäume sei am 15. Februar eine Teilbaugenehmigung erteilt worden.

Garz & Fricke, Entwickler und Produzent von elektronischen Geräten wie zum Beispiel Verkaufsautomaten, sind seit mehr als 20 Jahren im hit-Technopark in Bostelbek ansässig. Da die Unternehmensgeschichte eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen ist, brauchten Manfred Garz und Matthias Fricke für ihre inzwischen mehr als 100 Mitarbeiter immer größere Räume. So stießen sie im Technopark schließlich an Grenzen und machten sich auf die Suche nach einem neuen Domizil.

Für das Gelände nördlich des Elbcampus, das wegen seiner langgestreckten, leicht gebogenen Form als „Bahnhofslinse“ (im Gegensatz zur „Bahnhofsinsel“ auf dem Gelände des alten Harburger Güterbahnhofs) bezeichnet wird, wurde schon im Mai 2006 der Bebauungsplan Harburg 66/Neuland 22 aufgestellt. Nach Informationen von harburg-aktuell.de wurde er bisher noch nicht umgesetzt, weil zunächst die Eigentumsverhältnisse kleinteiliger Grundstücke geordnet werden mussten. Das hat sich rund zehn Jahre hingezogen.

In dem Bebauungsplan sind die ökologischen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen geregelt, die wegen des jetzt aktuellen Eingriffs in den Naturhaushalt (Baumfällungen) notwendig sind. Neben standortnahen Maßnahmen sind auch ökologische Aufwertungen im Neuländer Deichbereich angeordnet worden.
Im hit-Technopark werden demnächst größere Räume frei. Geschäftsführer Christoph Birkel sieht die Veränderung positiv: „Wir freuen uns sehr, dass unser langjähriger Mieter Garz &Fricke im hit-Technopark über 20 Jahre eine Erfolgsgeschichte schreiben konnte und wir das Wachstum bis heute unterstützen und in unseren Gebäuden darstellen konnten. Natürlich bedauern wir, dass wir das künftige starke räumliche Wachstum von Garz & Fricke nicht mehr darstellen können.“ Selbstverständlich habe das hit seine langjährigen Mieter bei der Suche nach einem neuen Standort aktiv unterstützt und bleibe auch weiterhin mit ihnen im engen Kontakt. Auf Grundlage einer langjährigen engen Partnerschaft blieben Garz & Fricke natürlich im Netzwerk des hit-Technopark auch zukünftig ein aktiver Partner. Birkel: „Der Auszug ermöglicht es uns, neuen Unternehmen im hit-Technopark einen attraktiven Standort zu bieten und weitere Erfolgsgeschichten aktiv zu unterstützen. Wir sind bereits in Verhandlungen mit diversen Unternehmen.“ ag