150818AKHarburgHeimfeld – Die Asklepios Klinik Harburg stellt ein ehemaliges Klinikgebäude für die Unterbringung von 90 Flüchtlingen in der Erstaufnahme zur Verfügung. Da das Haus 2

barrierefrei ist, sollen vor allem Menschen mit einem gesundheitlichen Handicap, Schwangere und Mütter mit kleinen Kindern aufgenommen werden. Das hat Bezirksamtsleiter Thomas Völsch heute zunächst den Fraktionen in der Bezirksversammlung mitgeteilt, danach hat die Behörde für Inneres und Sport die Öffentlichkeit informiert.

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Das AK Harburg. Das rot markierte Gebäude ist das Haus 2. Foto: zv

Mit den vorbereitenden Arbeiten wird sofort begonnen, Ende August sollen die Schlafplätze bereit stehen. Das Gebäude ist ein ehemaliges Bettenhaus, das derzeit als Lager dient. Die Flüchtlingsbetreuung übernimmt der städtische Betreiber fördern & wohnen; die Klinik wird sich um die Ausstattung der Räume und die Verpflegung der Bewohner kümmern. „Angesichts des großen Zustroms von Flüchtlingen, die in unserer Stadt Hilfe suchen, ist es für uns als Unternehmen eine Selbstverständlichkeit, einen Beitrag zur Linderung der Not der Menschen zu erbringen. Neben der psychosozialen Betreuung von Flüchtlingen, die wir ohnehin schon seit Monaten anbieten, werden wir in Harburg nun zusätzlich einen Beitrag zur Unterbringung und Integration von Flüchtlingen leisten“, sagt Dr. Thomas Wolfram, Sprecher der Geschäftsführung der Asklepios Kliniken.

Beim Personal der Klinik ist die Nachricht positiv aufgenommen worden. Einige haben sich schon als freiwillige Helfer gemeldet, außerdem soll ein Hilfsverein gegründet werden. Die Flüchtlingskinder sollen, so hieß es aus dem Krankenhaus, in der betriebeigenen Kita betreut werden. Das Haus 2 gehört zu den alten Gebäuden des Krankenhauses, die in den vergangenen Jahren geräumt worden waren. Es grenzt direkt an eine kleine, parkähnliche Anlage und an die Entbindungsstation. Die Unterbringungsmöglichkeit, die eine weitere Zentrale Erstaufnahme ist, soll zeitlich begrenzt sein und im Frühjahr beendet werden. Das dreistöckige, vor rund 100 Jahren als Kaserne konzipierte Gebäude wurde zuletzt durch die Abteilung Kardiologie (Herzmedizin) belegt. Letztere ist dann in den großen Klinikneubau gegenüber umgezogen. Die Unterbringung ist bis zum Frühjahr geplant, denn die Klinik beabsichtigt schon seit längerem, dort eine Schule für medizinische Berufe einzurichten. Dieses Vorhaben wurde auch schon seitens der Gesundheitsbehörde genehmigt.

Die Innenbehörde sucht dringend Plätze. Mittlerweile sind in Hamburg mehr als 10.000 Menschen im Rahmen der Erstaufnahme untergebracht. ag/zv