150506BootHarburg - Punkt 13 Uhr starteten am Mittwoch Schiffbau-Studenten der Technischen Uni Harburg vom Ruderclub Süderelbe zu einer ungewöhnlichen Reise in Richtung

Berlin: Unter dem Motto „Latte voll im Fluss“ wollen sie rund 400 Kilometer mit zwei ihrer selbst konstruierten und gebauten high-tech-Renntretboote zurücklegen.

Latte ist die Kurzbeschreibung für die Fachschaft Schiffbau an der Technischen Universität Hamburg, die „Heylige Frawe Latte ad Hammaburg“. Geplant ist, in sieben Tagesetappen die Strecke entlang der Elbe, der Müritz-Elde Wasserstraße, der Müritz und der Müritz-Havel Wasserstraße nach Berlin zu bewältigen.

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Professor Sönke Knutzen bringt die Crew der Imperator auf den Weg.  Foto: cb


 

Dabei sind vor allem Ausdauer und Teamgeist gefragt. Am Ziel der Reise in Berlin-Grünau findet vom Mittwoch, 13., bis Sonntag, 17. Mai die 36. International Waterbike Regatta (IWR) statt. Die IWR ist ein Treffen von europäischen Schiffbaustudierenden, die sich mit ihren Tretbooten in acht verschiedenen Disziplinen messen.

In den vergangenen vier Jahren siegten die Harburger Studenten souverän. Dieses Jahr stellen sie sich einer Konkurrenz mit 34 Booten von 16 Teams aus sieben Ländern, die alle um den Sieg fahren.

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Die Schiffbaustudenten freuen sich auf das Abenteuer. Foto: cb


 

„Die weite Strecke fährt sich nicht von alleine“, sagt Nils Schwickardi, Schiffbaustudent im 6. Semester, „Tretbootfahren ist wie Fahrradfahren - nur anstrengender.“ Er ist einer von 20 Studierenden, die mit Fahrrädern, einem Begleitboot und Begleitwagen an der ungewöhnlichen Reise teilnehmen. Um noch wettkampftauglich zu bleiben wechseln sich die angehenden Ingenieure immer wieder ab. Um Ausfällen vorzubeugen führen die Studenten eine Werkstatt mit. „Wir haben die Boote selbst gebaut und kennen daher die hoch belasteten Teile. Um einen Ausfall zu verhindern haben wir Ersatzteile wie Kupplungen, Schrauben, Bolzen und Propeller in ausreichendem Maß dabei.“

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Mit vier kräftigen Beinen wird das Renntretboot angetrieben. Foto: cb


 

Seit 36 Jahren pflegen Harburger Schiffbaustudierende dieses auf den ersten Blick kuriose Hobby. Sie entwerfen und konstruieren High-Tech-Tretboote, die mittlerweile Geschwindigkeiten über 21 Stundenkilometer - mehr als 11 Knoten - erreichen können. Schiffbaustudent Benjamin Bahr: „Das Wichtigste an den Meisterschaften ist das Bauen der Boote. Dabei können wir umsetzen, was wir im Studium gelernt haben. Auch geht es um Sportsgeist und Geselligkeit, den Erfahrungsaustausch und die Vernetzung mit anderen Schiffbaustudierenden.“ (cb)