150227StipendiumHarburg - Die chinesische Dozentin Wenjing Lu forscht als Alexander von Humboldt Stipendiatin an der Technischen Universität in Harburg. An der Harburger

Schloßstraße ist sie seit Februar Gast von Professor Dr. Kerstin Kuchta und Dr.-Ing. Marco Ritzkowski am TU-Institut für Umwelttechnik und Energiewirtschaft (IUE).

Für jeweils sechs Monate in diesem und im kommenden Jahr wird die promovierte Leiterin des Zentrums für Umweltschutz und Ressourcennutzung der renommierten Tsinghua Universität in Peking sich mit Fragen des nachhaltigen Umgangs mit festen Siedlungsabfällen beschäftigen. Das Ziel der Forschung ist die Verringerung umweltgefährdender Emissionen in die Luft, den Boden und das Wasser, um somit einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Umweltsituation in China leisten zu können.

In Deutschland und anderen europäischen Ländern wurde in den vergangenen 15 Jahren eine Reihe von Abfalldeponien mittels des Verfahrens der aktiven in situ Belüftung biologisch stabilisiert. Das an der TUHH entwickelte Verfahren führt zu einer nachhaltigen Verbesserung der Emissionssituation und kann einen nennenswerten Beitrag zur Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgase leisten. Vor diesem Hintergrund fördert das Bundesumweltministerium solche Maßnahmen seit 2014 auch im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative.

In Asien kam die aktive in situ Belüftung bisher nicht zum Einsatz; dort, insbesondere in Japan, setzt man eher auf ein passives Belüftungsverfahren im Rahmen von semi-aeroben Deponien. Im Rahmen ihres Forschungsaufenthalts wird die Stipendiatin Lu die Potenziale und Herausforderungen beider Ansätze wissenschaftlich beleuchten und auf der Grundlage hochentwickelter mikrobiologischer Untersuchungen bewerten.

Dr. Ritzkowski: „Das Potenzial des Verfahrens wurde anhand der Ergebnisse mehrerer Vorhaben nachgewiesen. Jedoch wurden hierbei mikrobiologische Aspekte sowie geeignete ökobilanzierende Ansätze nur untergeordnet berücksichtigt. Durch die Arbeit von Dr. Lu ergeben sich nun ausgezeichnete Möglichkeiten, Wissenslücken zu schließen und universelle Ansätze für die Übertragung des Verfahrens auch auf den chinesischen Raum zu generieren.“ Die Arbeiten werden in ein laufendes Kooperationsprojekt des IUE mit dem Betreiber der größten schweizerischen Siedlungsabfalldeponie integriert.

Wenjing Lu ist sich sicher, dass die Arbeit an der TU-Harburg sie weiter bringen wird. „Ich bin davon überzeugt, dass ich mit meiner Forschung einen Beitrag für die Umwelt in China leisten kann.“ Mit dem Erhalt des Humboldt-Stipendiums, ist für sie ein Wunsch in Erfüllung gegangen. „Es ist eine große Auszeichnung, ein solches Stipendium zu erhalten. Auch bin ich sehr froh, dass ich in Deutschland und an der TUHH forschen darf. Hier bieten sich viele Möglichkeiten, Netzwerke im Bereich der Wissenschaft aufzubauen.“ (cb)