150212WahlHarburg - An diesem Wochenende sind die Bürgerschaftswahlen und schon seit einigen Wochen werden die verschiedenen Themen auf diversen Veranstaltungen

und in den Programmen der einzelnen Parteien vorgestellt und diskutiert. Ein Thema, das viele Hamburger auch persönlich betrifft, ist die angespannte Lage auf dem Hamburger Wohnungsmarkt.

Das Problem der Wohnungsknappheit ist nicht nur in Hamburg vorhanden. Auch alle anderen Großstädte und Universitätsstädte haben mit steigenden Mieten und damit zu wenig bezahlbarem Wohnraum zu kämpfen. Das Hindernis dabei ist nicht ein generell fehlendes Angebot, sondern der Preis. Wenn man sich auf den gängigen Wohnungsportalen wie immowelt.de umschaut, gibt es zahlreiche Angebote, doch viele sind für junge Leute ohne großes Einkommen nicht bezahlbar.

Aktuelle Regierung will mit Wohnungsthema punkten
Zu Beginn der Amtszeit hat die jetzt regierende SPD zahlreiche Maßnahmen zur Entlastung der Lage auf dem Hamburger Wohnungsmarkt versprochen. Unter anderem sollten durch die Mietpreisbremse, soziale Erhaltungsverordnungen und mehr Wohnungsbau eine Senkung der vorherrschenden Preise erreicht werden. Die Bilanz ist recht ernüchternd. Die SPD selbst versucht sich zu rechtfertigen und verweist darauf, dass sich die Situation wenigstens nicht noch weiter zugespitzt hat. Auch der Vorgänger-Regierung wird die Schuld in die Schuhe geschoben, da man schon viel früher mehr Wohnungen gebraucht hätte.

Fakt ist, dass weitaus weniger Wohnungen gebaut worden sind als anfänglich geplant waren. Und auch an Sozialwohnungen mangelt es in Hamburg weiterhin.

Geteilte Meinung unter den anderen Parteien
Abgeordnetenwatch stellte den Parteien die Frage, ob sie für oder gegen einen verstärkten Eingriff der Regierung in den Wohnungsmarkt seien. Die Antworten fielen dabei sehr unterschiedlich aus.

150212Wohnung
Die angespannte Lage auf Hamburgs Wohnungsmarkt ist eins der zentralen Themen im Wahlkampf. Foto: © istock.com/wdstock
_____________________________________________________________

Grundsätzlich war die Mehrheit aber für eine Regulierung des Wohnungsmarktes, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Die Linke befürwortet zu 100 Prozent das Eingreifen in den Wohnungsmarkt. Und auch die Grünen und die SPD beantworteten die Frage alle mehrheitlich mit Ja.
Das Gegenteil zeigt sich bei der Befragung vonPolitikern der FDP, die absolut gegen eine von außen gesteuerten Wohnungspolitik sind. Eher unentschlossene Antworten gaben die Abgeordneten der CDU. Hier gab es 24 Prozent, die der Frage nach eigenen Angaben "neutral" gegenüberstehen.

Hamburger kämpfen für sich und andere
Den Bürgern in Hamburg geht es schon lange nicht mehr nur um den eigenen Wohnraum, sondern sie fordern vermehrt auch bessere Unterbringung von Flüchtlingen. Diese wohnen immer noch zu großen Teilen in provisorischen Containern, da andere Flüchtlingsunterkünfte schon lange restlos überfüllt sind.

Gemeinsam mit der Bewegung "Lampedusa in Hamburg" demonstrierten mehrere Tausend Hamburger Ende Januar unter dem Motto "Recht auf Stadt. Never mind the Papers" für einen humaneren Umgang mit den Flüchtlingen und menschenwürdigen Wohnraum für alle. dl

1. © istock.com/imagestock
Bildunterschrift 1: Am Sonntag sind Bürgerschaftswahlen in Hamburg, bei denen die Bürger über die neue oder bleibende Regierung entscheiden.
2. © istock.com/wdstock
Bildunterschrift 2: Die angespannte Lage auf Hamburgs Wohnungsmarkt ist eins der zentralen Themen im Wahlkampf.