141103PreisHarburg - Julie Direnga, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung für Fachdidaktik der Ingenieurwissenschaften an der Technischen Universität Hamburg

-Harburg, ist von der European Society for Engineering Education (SEFI) anlässlich der diesjährigen Jahrestagung mit dem "Best Paper Award" ausgezeichnet worden.

In dem Paper mit dem Titel „A statistical method for assessing teaching effectiveness based on non-identical pre- and post-tests“ beschreibt Direnga alternative Methoden der Datenauswertung, die es ermöglichen, die Wirksamkeit der traditionellen Lehre mit solchen der interaktiven Lehre zu vergleichen. Dazu zählt beispielsweise der Einsatz innovativer Lehr- und Lernmethoden wie „Peer Instruction“ und „Just-in- time-teaching“ sowie die Anwendung von Clickern während der Vorlesung.

„Über Jahre haben wir an der TU-Harburg im Fach Mechanik anhand sogenannter Diagnostiktests den Lernzuwachs der Studierenden gemessen. Uns geht es vor allem um das konzeptionelle Verständnis, das Studierende durch den Einsatz der neuen Lehrmethoden entwickeln sollen. Ziel ist, dass sie lernen, qualitativ zu argumentieren anstatt Aufgaben allein rechnerisch zu lösen“, so Doktorandin Direnga.

Ihre Untersuchung stützt sich auf jährlich erhobene Daten zur Lehre der Mechanik aus über acht Jahren. Auf Eingangstests jeweils zu Beginn des ersten Semesters in Mechanik folgten Ausgangstests am Semesterende. Während in den ersten vier Jahren traditionell in Vorlesungen und Übungen gelehrt wurde, wurden in den folgenden vier Jahren interaktive Elemente wie das Just-in-time-teaching eingebracht.

„Der Sinn des Papers war es, eine Methode zu finden, diese großen Datenmengen intuitiv lesbar zu machen, das heißt, sie so einfach wie möglich darzustellen, auch um sie optimal nutzen zu können“, erklärt die Wissenschaftlerin. Ihr ist es gelungen, einen linearen Zusammenhang zwischen Eingangstest- und Ausgangstestwert nachzuweisen und somit den Effekt unterschiedlicher Lehrmethoden in drei Aspekten analysierbar zu machen. „Wir sehen, dass solche Studierenden, die interaktive Lehre erfahren haben, einen signifikant höheren Wert im Ausgangstest haben, als diejenigen, die ausschließlich traditionell unterrichtet wurden.“  (cb)