100113HarleyDays4Binnenhafen - Die Harley-Days sind ein Event, das begeistert und Menschen anlockt. Der Hamburger Senat will diese nicht mehr und vergrault sie wie vorher schon die Love-Parade, welche gerade junge Menschen ansprach, oder

das Fan-Fest. Harburgs Bezirksamtsleiter Torsten Meinberg will zumindest die Harley-Days nach Harburg holen. Der Binnenhafen biete die besten Voraussetzungen. Die CDU findet es gut. Der Wirtschaftsverein unterstützt die Idee. Die GAL ist dagegen.

"Es ist denkbar, dass die Harley-Days nach Harburg kommen", sagt CDU-Kreischef Ralf-Dieter Fischer. "Der Binnenhafen bietet die entsprechenden Freiflächen. Es gibt gute Autobahnanbindungen." Die Belastungen für die Harburger würden sich in Grenzen halten. Das sieht Meinberg genauso. "Ich habe bereits mit dem Landrat Joachim Bordt gesprochen. Er würde gern mitmachen. Die Ausfahrt würde durch den Landkreis Harburg führen. Harburg als Stadt wäre kaum berührt."

Unterstützung kommt vom Wirtschaftsverein. "Wenn es eine Möglichkeit gibt, eine Veranstaltung mit so einem hohen Wirtschaftsfaktor und entsprechender Öffentlichkeitswirksamkeit nach Harburg zu holen, sollten wir unbe-dingt zugreifen", so Jochen Winand, Vorsitzender des Wirtschaftsvereins. „Leider habe ich selbst keine Harley, aber vielleicht bekomme ich ja eine Mitfahrgelegenheit.“  „Die Harley Days wären eine gute Gelegenheit zu zeigen, dass Großveranstaltungen auch im Hamburger Süden stattfinden können“, sagt auch Udo Stein in seiner Funktion als Vorstandsmitglied des Wirtschaftsvereins. Gerade der Binnenhafen mit seinem Flair, den vielfältigen gastronomischen Angeboten und dem Beachclub böte einen reizvollen Rahmen. Hinzu komme die gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel für Besucher.

Verständnis für die Hamburger Anti-Biker-Linie haben die Harburger CDU-Politiker nicht, da andere Großveranstaltungen, wie der Christopher Street Day, auffallend vom Senat gefördert werden.
Das Argument aus Hamburg zum Verbot: Das Motorradtreffen passe nicht zum EU-Titel "Grüne Hauptstadt".

So pingelig wie der Senat zeigt sich auch Harburgs GAL-Chef Ronald Preuß. Er und die vier anderen Grünen, die in der Bezirksversammlung sitzen, könnten sich Harley-Days in Harburg "nicht vorstellen". 75 000 Biker und eine halbe Million Besucher seien zu laut. Es sei nicht im Interesse der Harburger, glaubt die GAL zu wissen, und geht damit voll auf die Spaßbremsen-Politik von Ole von Beust und Christa Göetsch.

"Es wäre super, wenn es klappt", meint dagegen Osvaldo Ferilli vom Restaurant Silo16 im Binnenhafen. "So eine Veranstaltung würde ein neues Publikum nach Harburg ziehen." Und auch auf der Straße findet man die Idee der Harley-Days in Harburg sehr "sexy". "Das wäre doch eine wirklich tolle Sache", sagt Sabine Neumann. "Mein Freund fährt selbst Motorrad. Ich würde mir das gern ansehen." Ob es dazu kommt, steht in den Sternen. "Ich habe mit dem Veranstalter gesprochen", sagte Meinberg am Mittwochabend. "Er würde es gern bei uns machen, braucht aber Planungssicherheit."
Planungssicherheit haben schon Gemeinden aus Schleswig-Holstein angeboten, die ganz wild darauf sind, das Mega-Event zu bekommen. Es ist nicht nur ein Motorradtreffen, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. "Dann werden die Harley-Days nach dort abwandern", sagt Meinberg. "Durch Hamburg werden die Harleys dann trotzdem fahren." zv