HarburgNeuDenkenHarburg – Es waren mal mehrere hundert Ideen, jetzt nach der dritten Runde des „Innenstadtdialogs“ sind es noch 20. Sie sollen in einer letzten Runde am 24. Februar noch

einmal auf den Prüfstand gestellt werden, auf ihre Praxistauglichkeit und Umsetzbarkeit untersucht und vielleicht auch weiter entwickelt werden. Am Ende soll die Bezirksversammlung die Top-Ideen für Harburg beschließen. So weit der Plan des Bezirksamts und von urbanista, dem Büro für „Stadtentwicklung und Kommunikation“.

In vier Bereichen, die sich auch mal überlappen, sind – immer noch unter großer Beteiligung der Harburger – jeweils fünf Ideen ausgewählt worden.

Im Bereich Kultur, Shoppen & Co. sind das „Lange Freitage“ auf dem Rathausplatz mit Musik, Kino oder einer Aufführung des Hamburger Jedermanns unter Einbeziehung des Harburger Rathauses, es sind „Pop-up-Stores“ in der Lüneburger Straße, also kurzfristige Angebote von innovativen Produkten oder Dienstleistungen in provisorisch eingerichteten Läden und es sind Proberäume für Harburger Musiker, mehr Präsenz der Technischen Universität in der Harburger City. Schließlich in diesem Bereich das für viele brennendste Thema: der Erhalt des Veritas Beachclus – möglichst am jetzigen Standort.

Im Bereich Öffentlicher Raum sind ein Lichtkonzept „Harburg leuchtet“, eine attraktivere Gestaltung  des Zugangs vom Bahnhof zur Innenstadt, der Seevepassage und des Herbert-Wehner-Platzes sowie – noch einmal – eine bessere Präsenz der Technischen Universität in die engere Wahl  gekommen.

Im Bereich Wohnort Innenstadt wünschen sich die Harburger mehr Vielfalt in der Innenstadt, also Kneipen, Wohnungen für Studenten oder Mehrgenerations-Projekte, vielleicht sogar eine eher dörfliche Struktur des Miteinanders. Der größte Wunsch aber ist der Abriss des Harburg Centers. Und wenn das nicht möglich ist wenigstens eine Ende des Leerstands mit seiner entmutigenden Wirkung auf alle Stadtverbesserer.

Die Wünsche im Bereich Mobilität & Verkehr sind im Grunde Themen, die längst von der Politik aufgegriffen, aber nicht immer umgesetzt worden sind. Das Prädikat „Top-Ideen“ des Innenstadtdialogs gibt den Thema nun noch einmal neue Wucht – wie eine bessere Verbindung zwischen Innenstadt und Binnenhafen, eine Anpassung des Busverkehrs an die Nachfrage, attraktivere Parkplätze, fahrradfreundliches Harburg (wobei man die vielen Steigungen vermutlich nicht einfach „platt machen“ kann) und immer wieder STADTRAD. Immer mehr Harburger empören sich darüber, dass eine aus den Steuern aller Hamburger finanzierte umweltfreundliche Infrastruktur wie das Fahrrad-Leihsystem einigen Stadtbereichen einfach vorenthalten wird, weil sie zu weit im Abseits liegen oder weil sie zu hügelig  - ja, so hat ein Behörden-Sachbearbeiter argumentiert - sind. ag