131211harburgCenterHarburg – Nach dem eher holprigen Start bei der Auftaktveranstaltung im Rieckhof kommt der Innenstadtdialog jetzt langsam in Fahrt. Inzwischen trudeln immer

mehr Ideen für eine attraktivere City ein. Noch bis zum 20. Januar hat jeder die Möglichkeit, seine Vorschläge auf der Internetseite www.harburgneudenken.de einzutragen.

Die Lektüre lohnt sich schon jetzt. Auffallend häufig gibt es Ideen für das leer stehende Harburg-Center am Harburger Ring. So spricht sich „Localhero“ gegen einen Abriss des maroden Gebäudes aus. Stattdessen sollten hier Räume für Freiberufler oder auch für Studenten entstehen. Sie sollten dann ohne lange Vertragszeiten vermietet werden. Das Motto: „Büros auf Zeit.“

„Tom“ schlägt dagegen vor, mit dem Harburg-Center das Nachtleben zu stärken. Seine Idee: ein Billard-Café, eine Kegel- oder Bowlingbahn, eine Karaoke-Bar, eine Dating-Bar oder ein Nachtclub. Und McDonalds oder BurgerKing. „Tom“: „Das würde passen. In der Nähe gibt es kaum Mieter, die gestört werden könnten. Und die Polizeistation ist auch gleich in der Nähe.“

„Wahl-Hamburger“ hält dagegen nichts von einem Erhalt des Harburg-Centers. Er plädiert für einen Abriss: „Der städtebauliche Schandfleck blockiert seit Jahren die Entwicklung Harburgs.“ Ein Neubau müsse neue Qualitäten für „Wohnen, Flanieren, sich Unterhalten“ schaffen. Ein „weiterer Konsumtempel“ müsse auf jeden Fall vermieden werden.

Schon jetzt lohnt sich das Stöbern auf der Internetseite, zum Teil gibt es wirklich verblüffende Vorschläge. Und bei der Lektüre entstehen neue Ideen.

Der nächste nicht-virtuelle Termin ist für den 27. Januar geplant. Dann sollen zunächst Teams für die verschiedenen Themenbereiche gebildet werden. Zusammen mit Experten sichten sie die gesammelten Ideen, werten sie und überlegen, wie sie umzusetzen wären.

Bei einem zweiten Termin am 10. Februar werden in den Teams dann Ideen ausgewählt, die als „Top-Idee“ gemeinsam weiterentwickelt werden. Beim dritten Termin am 24. Februar schließlich sollen dann wiederum gemeinsam in den einzelnen Teams jeweils fünf Top-Projekte ausgewählt.

Schließlich werden alle 20 Top-Projekte vorgestellt und einem Voting unterzogen. Damit sind sie dann allerdings noch nicht beschlossene Sache. Die Bezirksversammlung als demokratisch gewählte Vertretung der rund 150.000 Einwohner des Bezirks Harburg besteht auf das letzte Wort. Stimmt sie den Projekten zu, können sie umgesetzt werden – vorausgesetzt die Finanzierung steht.

Der Innenstadtdialog geht auf einen  Beschluss der Bezirksversammlung zurück. Der  SPD-Bezirksabgeordnete Muammer Kazanci hatte die Initiative dazu ergriffen – obwohl es schon eine Reihe von Diskussionen, Konzepten und Aktivitäten zur Aufwertung der Harburger City gegeben hatte und gibt. Mit unterschiedlichem Erfolg. Kazanci: „Wir wollten den Gesprächsfaden wieder aufnehmen.“

Mit der Durchführung des Innenstadtdialogs hat das Bezirksamt das Büro „urbanista  Stadtentwicklung & Kommunikation“ beauftragt und nach eigenen Angaben dafür insgesamt 35.000 Euro zur Verfügung gestellt. ag