131118MuellHeimfeld – Wer immer in Hamburg oder Umgebung seinen Müll möglichst bequem loswerden will, muss nur in die Kuhtrift in Heimfeld fahren und das Zeug dort wegschmeißen.

Mit einem Bußgeld oder gar einer dicken Rechnung für die Beseitigung des Mülls muss er auf keinen Fall rechnen! Das ist das bittere Fazit eines grotesken Versagens der Harburger Bürokratie!

Die Umweltsauereien in der Kuhtrift sind hinlänglich bekannt. Immer wieder werden dort Bauschutt, Farbeimer und einmal sogar die komplette Einrichtung eines Friseursalons weggeschmissen und liegen gelassen. Besonders ärgerlich waren jene zwei Lkw-Ladungen mit vergammelten Lebensmitteln, Getränkedosen, Elektrogeräten und Pappkartons – garniert mit diversen Hinweisen auf den möglichen Absender, eine Shisha-Bar in Wilhelmsburg.

Wie berichtet ermittelte der Bezirkliche Ordnungsdienst (BOD),  lud den Betreiber der Bar auch zum Gespräch und teilte dann dem Eigentümer des Waldgebiets, der Immoforst OHG, mit: Wir können der Shisha-Bar nichts zweifelsfrei nachweisen, ermitteln aber weiter. Und auch die Pressestelle des Bezirksamt hatte harburg-aktuell auf Nachfrage mehrfach mitgeteilt, dass weiter ermittelt werde. So weit, so ärgerlich!

Nachdem die Kuhtrift in den vergangenen Tagen wieder als Müllkippe missbraucht wurde und die Immoforst diese Fälle dem Bezirksamt gemeldet hatte, hat sich die Bezirksamts-Abteilung Management des öffentlichen Raums, der auch der BOD unterstellt ist, für „nicht zuständig“ erklärt. Bei Ordnungswidrigkeiten auf privatem Grund sei die Polizei zuständig. Und deshalb seien die Ermittlungen gegen die Shisha-Bar auch längst eingestellt worden! Mit anderen Worten: Der BOD hat zwar – nach eigenen Angaben – den Betreiber der Bar eingeladen, dann aber erkannt, dass man nicht zuständig sei. Und damit war für den BOD die Sache erledigt.

Nach schriftlicher Auskunft des Bezirksamts (sie liegt harburg-aktuell vor) sei vielmehr die Polizei zuständig. Trotz dieser Erkenntnis hat es das Bezirksamt dann aber versäumt, die Polizei auch von der Umweltsauerei zu benachrichtigen.

Das hat jetzt ein Mitarbeiter der Forstverwaltung getan. Die Antwort der Polizei kam prompt: Sie sei dafür nicht zuständig, die Angelegenheit sei Sache des Bezirksamts. Dass diese Darstellung nicht aus der Luft gegriffen ist, kann ein anderer Harburger (Name ist harburg-aktuell bekannt) aus eigener Erfahrung bestätigen. In der vergangenen Woche entdeckte er im unteren Teil der Kuhtrift Bauschutt und einen umgekippten Eimer, aus dem Farbe auslief. Mitten im Wasserschutzgebiet! In diesem Moment fuhr ein Polizeiwagen auf Streife vorbei. Der Harburger hielt ihn an und meldete seinen Fund. Die Antwort der Beamten: „Wir sind nicht zuständig. Das ist Sache des Bezirksamts.“

Als der Harburger die Beamten darauf hinwies, dass Bauschutt und Farbeimer auf öffentlichem Grund direkt an der Autobahn liegen und dass es sich um ein Wasserschutzgebiet handelt, wollten sie sich der Sache annehmen. Bauschutt und Farbeimer liegen bis heute noch da! ag