131111Campus1Harburg - "Deutschland sucht den Fachkräftenachwuchs - und Harburg bildet ihn aus": Der Wirtschaftsverein für den Hamburger Süden und die Kinderforscher der

TU-Harburg gehen in puncto Nachwuchsförderung neue Wege. Es ist das Pilotprojekt "Nachwuchscampus", eines der Schlüsselprojekte der Harburg-Vision 2020/50, das im Hamburger Süden für große Aufmerksamkeit sorgt.

Unter Leitung der Kinderforscher an der Technischen Universität Hamburg-Harburg sollen Schülerinnen und Schüler von Stadtteilschulen und Gymnasien mittels praxisnahem Unterricht und Unternehmenskooperationen für MINT-Berufe interessiert werden. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik.

Hintergrund ist, dass der deutschen Industrie und dem technischen Handwerk, neben Ingenieuren, vor allen Dingen auch MINT-Fachkräfte mit Berufsausbildung fehlen, insbesondere im Bereich der Meister, Techniker und Facharbeiter.

Der Nachwuchscampus konnte gestartet werden, weil es Franziska Wedemann, Vorstandsmitglied und gleichzeitig Projektverantwortliche des Wirtschaftsvereins, gemeinsam mit Gesine Liese von den TUHH-Kinderforschern und Leiterin des Pilotprojekts Nachwuchscampus gelungen ist, Harburger Schulen und lokale Unternehmen ins Boot zu holen.

An der Pilotphase während des Schuljahres 2013/14 sind acht131111Campus2 Kooperationsschulen (drei Stadtteilschulen und fünf Gymnasien), acht Kooperationsunternehmen und zehn Schulklassen beteiligt. Unterstützung erfährt das Projekt von der Haspa, der TUHH, der TuTech Innovation und im Rahmen der Harburg-Vision 3.0 auch weiterhin vom Wirtschaftsverein.

Ziel des Nachwuchscampus ist die vertiefte Berufsorientierung von Schülern der Klassen 7 bis 9 aller Allgemeinbildenden Schulen für die MINT-Fächer. "Vertieft" bedeutet , dass während dieser Orientierungsphase eine zwölfwöchige Kooperation einer ausgewählten Schulklasse mit einem ausgewählten Unternehmen stattfindet.

Am Beispiel der Berufe, die in den lokalen Unternehmen vertreten sind oder mit ihnen zusammenhängen, lernen Schülerinnen und Schüler diverse Berufsbilder kennen. "Sie lernen, wie man sich auf einen Unternehmenskontakt vorbereitet und werden ermuntert, sich praktisch mit dem zu beschäftigen, was sie beruflich anstreben", sagt Franziska Wedemann. Nach dreijähriger intensiver Vorarbeit im Rahmen der Harburg-Vision fand das Projekt des Wirtschaftsvereins in den versierten  Händen der Kinderforscher der TUHH die perfekte Allianz. Um möglichst nah auch an den Zielen der Schulbehörde und den Alltagsanforderungen der Lehrerschaft zu sein, erfolgte das Finetuning in enger Zusammenarbeit mit Kerstin Gleine,  MINT-Koordinatorin am Ebert-Gymnasium und Fachreferentin Technik - MINT-Referat  der Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB) sowie Heike Elvers, Referatsleiterin Naturwissenschaften, Biologie am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung.

Hinter der Ausführung des Konzepts für den Nachwuchscampus stehen Gesine Liese und Julia Husung. Sie agieren nach dem Motto "So viel wie nötig, so wenig wie möglich", um keinen Projektteilnehmer zu überfordern. Die Kinderforscher versorgen Lehrer und Unternehmen mit den für die Zeit der Kooperationsphase notwendigen Materialien, branchenspezifischen Leihexperimentierkästen, oder Arbeitsblättern. Sie organisieren im Rahmen der Kooperation Einführungsveranstaltungen für die Lehrer, beraten die Unternehmen zur Vorbereitung der Unternehmensbesuche, geben Hilfestellung bei Experimentiereinheiten zur Nachbereitung in der Schule und richten eine öffentliche Abschlussveranstaltung im März 2014 im Audimax I der TU aus.

Ist die Pilotphase erfolgreich, wovon auszugehen ist, planen die die Kooperationspartner den Nachwuchscampus auf weitere Schulen und Unternehmen auszudehnen. Gesine Liese: "Unser aller Ziel ist es, möglichst viele Unternehmen, die TU mit beispielsweise dem Schoollab oder den Robotiks, sowie den Elbcampus der Handwerkskammer einzubinden. Auch wünschen wir uns, dass sich alle weiterführenden Schulen, unabhängig vom Schultyp, für den Nachwuchcampus begeistern und er sich in ganz Hamburg und darüber hinaus etabliert." (cb)