130716HausHarburg - Dem Trinkertreff in Hans-Fitze-Haus (Foto) steht nichts mehr im Weg. Eine befürchtete Asbestbelastung wurde nicht gefunden. Ein Ingenieurbüro hatte im Auftrag

der Sprinkenhof AG das seit Jahren leerstehende und der Stadt gehörende Gebäude untersucht. Das Ergebnis: Asbesthaltige Bodenbeläge wurden nicht ermittelt, im Steinholzestrich ist kein Asbest nachweisbar. Es wurden keine schwach gebundenen asbesthaltigen Materialien und keine Produkte aus Asbestzement ermittelt. In den untersuchten Wand- und Deckenbekleidungen war kein Asbest nachweisbar. Jetzt soll zum Jahresywechsel dort ein Cluster für die Trinker- und Drogenszene entstehen. "Das Hans-Fitze-Haus befindet sich etwa sieben Minuten vom Harburger Rathausplatz entfernt und bietet mit einer Fläche von etwa 200 Quadratmetern im Erd- und Obergeschoss und dem das Haus umgebenden Grundstück einen geeigneten Standort für das zum 01.01.2014 startende Projekt des Europäischen Sozialfonds (ESF) „Zusammenführung von Treffpunkt, Job-Böse und aufsuchender Sozialarbeit in Hamburg-Harburg“ („Treffpunkt“).

Dabei hat man aber offenbar nicht nur die hartnäckige Trinkerszene vom Rathausplatz im Auge. Die Zielgruppe wurde in der Ausschreibung des Projektes durch die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, kurz BASFI, so definiert: "Alle Personen, die sich zum Konsum vom Alkohol und illegalen Drogen auf öffentlichen Plätzen im Bezirk Harburg, speziell Harburger Rathausmarkt, Gloriatunnel, Marktkauftreppe, Phoenix- und Viertel, Am Sand treffen. Für diese Personengruppe ist es weitgehend kennzeichnend, dass sie auf Grund Ihrer Drogensucht durchdie Drogenambulanz Harburg mit Polamidon bzw. Methadon substituiert werden."

"Charakteristisch", so steht es in der Ausschreibung, "für diese Personen sind Langzeitarbeitslosigkeit, außerordentlich schlechte Bildung bis hin zum Analphabetismus, massive gesundheitliche Beeinträchtigungen (physisch und psychisch), wiederholte Konflikte mit der Justiz, drohende oder vorhandene Obdachlosigkeit, Messi-Wohnungen, Verwahrlosung und mangelnde Hygiene".

Das Projekt soll bis 2016 laufen. Dafür werden in den zwei Jahren insgesamt 860.000 Euro Steuergelder zur Verfügung gestellt, die aus den Töpfen des Europäischen Sozialfounds (430.000 Euro), der BASFI, (334.000 Euro) und dem Bezirk (96.000 Euro) kommen. zv