130513SchluchtEißendorf – „Wir können auch Opposition“, hatte CDU-Kreischef Ralf-Dieter Fischer getönt, als ihm die Bürger im Februar 2011 nach knapp zehn Jahren das Heft recht deutlich

wieder aus der Hand nahmen. Er wolle die Finger erbarmungslos in die Wunden legen. Das tut er auch – gelegentlich legt er sie allerdings auch in die eigenen Wunden. Wie zum Beispiel beim Flurstück 2897 in Eißendorf.

Bei den Stadtplanern heißt das idyllisch gelegene Areal am Rand des Göhlbachtals „Eißendorf 46“, für die Anwohner ist es einfach „die Schlucht“. Sie wunderten sich, als der CDU-geführte Senat vor nunmehr sieben Jahren ein „Sonderinvestitionsprogramm 2010“ auflegte, mit dem alte Deponiengelände saniert und für den Wohnungsbau hergerichtet werden sollten. So auch „die Schlucht“. 31 Wohneinheiten, verteilt auf vier Stadtvillen  und elf Einzelhäuser, sollten hier entstehen. Wie geschrieben: im Jahr 2010!

Doch der damalige Senat kriegte das nicht gebacken, irgendwo hakte es gewaltig, bis selbst der so wenig selbstkritische Sprecher der Finanzbehörde, Daniel Stricker, einräumen musste: „Der zeitliche Ablauf der Entwicklung der Wohnbaufläche In der Schlucht ist in der Tat unglücklich.“

Inzwischen allerdings tut sich was: Der Kampfmittelräumdienst hat die Fläche freigegeben, es ist erschlossen, hat inzwischen sogar eine zunächst provisorische Ringstraße namens Hanne-Darboven-Ring und auch die Ausschreibung für mögliche Investoren ist gerade gelaufen. Nur das Ergebnis wurde noch nicht veröffentlicht.

Trotzdem stellt sich jetzt Fischer hin und schiebt der aktuellen Regierungspartei SPD die Schuld für die Verzögerungen in die Schuhe. Es könne doch sein, dass hinter den Kulissen längst über eine andere Form der Bebauung nachgedacht werde – möglicherweise solle „die Schlucht“ ja auch mit sozialem Wohnungsbau vollgestopft werden. Schon hat er einen Antrag formuliert, mit dem er einen Bericht über den aktuellen Stand einfordert.

SPD-Fraktionschef Jürgen Heimath ist fassungslos: „Ich glaube, Herr Fischer liest zum Frühstück seinen Kaffeesatz. Und daraus formuliert er dann schnell einen Antrag.“ Die Ausschreibung für „Eißendorf 46“ sei unmissverständlich gewesen, dort würden 31 Wohneinheiten, verteilt auf vier Stadtvillen und elf Einzelhäuser, verlangt. Und das gelte! ag