130315FachmannHarburg  – „Wir müssen leider zugeben, dass wir nicht fertig sind“, sagte Dietmar Gehrt (Foto), Leiter des Fachbereichs K2 (lang:  „Entwurf Konstruktive

Ingenieurbauwerke“) des „Landesbetriebs Straßen, Brücken, Gewässer“ (kurz: LSBG). Das wussten die Mitglieder des Harburger Stadtplanungsausschusses allerdings schon, und sie hatten ihrem Ärger auch schon öffentlich Luft gemacht, dass der LSBG die erste Ausschreibung für die Drehbrücke über den Lotsekanal hin zur Schlossinsel versemmelt hat. Nun wollten sie von Gehrt wissen, wie es weitergeht.

Dabei erfuhren sie noch erstaunliche Details. Zum Beispiel, dass die Brücke im Jahr rund 1000mal für den Schiffsverkehr geöffnet werden soll. Der Grünen-Abgeordnete Daniel Völkoi – der Mathe-Unterricht ist bei ihm noch gar nicht so lange her – rechnete schnell nach: „Täglich sind das rund drei Öffnungen. Wenn ein Vorgang, egal ob Öffnen oder Schließen – maximal drei Minuten dauern soll, sind das am Tag genau 18 Minuten. Soll dafür extra ein Brückenwärter eingestellt werden?“

Nein, dass sei nicht nötig, meinte Gehrt. Es sei ohnehin vorgesehen, dass in den ersten fünf Jahren die Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA) die Brücke betreiben soll. Deren Mitarbeiter seien ohnehin in der Harburger Schleuse stationiert, die müssten dann eben mal kurz zur Brücke rüberkommen. Aus Kostengründen gebe es für sie aber kein eigenes Betriebsgebäude am Lotsekanal. Gehrt: „Da reicht ein einfacher Unterstand.“

Weil der LSBG nicht ein weiteres Desaster wie bei der ersten Ausschreibung riskieren will, als sich schnell herausstellte, dass so eine Drehbrücke nicht für zwei Millionen Euro zu bauen ist, wird jetzt an allen Ecken und Enden gespart. So soll die Brücke nur noch 2,50 Meter statt  drei Meter breit werden. „Nur bei der Länge von 44 Metern konnten wir nicht sparen“, bemerkte Gehrt noch grinsend. Den größten Spareffekt erhofft sich der LSBG aber dadurch, dass er lediglich eine Brücke verlangt, egal ob Drehbrücke, Klappbrücke oder Pontonbrücke.

Gehrt ist weiterhin optimistisch, dass es diesmal klappt, Hauptsache die 2-Millionen-Grenze wird nicht überschritten. Gelingt das, könnte der Lotsekanal im „Spätherbst 2014“ trockenen Fußes überquert werden. Klingt fast nach der nächsten Eiswette...  ag