130206SchleuseBinnenhafen - Der Murks dauert nun schon einige Jahre an: Die Hafenverwaltung HPA will die 125 Meter lange Harburger Schleuse um 1,40 Meter erhöhen – und

damit an die aktuellen Anforderungen im Hochwasserschutz anpassen. Das klingt zunächst recht unkompliziert, aber seit Beginn der Planungen für den Umbau tauchen immer neue Probleme auf. Das heißt auch, dass sich die Fertigstellung immer wieder verzögert.

Selbst das wäre nicht weiter dramatisch, wenn die Harburger Schleuse nicht das Nadelöhr wäre, durch das alles hindurch muss, was da im Harburger Binnenhafen herumschippert – egal ob Traditionsschiff, Polizeiboot, Tanker oder Segelyacht. Und nun warten alle darauf, dass HPA sich einmal verbindlich festlegt, wann die Schleuse überhaupt nicht passierbar ist, weil zum Beispiel die Schleusentore ausgewechselt werden sollen. „Dann kommt über Wochen keiner mehr rein oder raus“, sagt Werner Pfeifer, Liedermacher, Journalist und Eigner des Elbdampfers „Stadersand“ mit Liegeplatz gleich hinter der Schleuse. „Das muss alles gut geplant werden.“

HPA hat schon mehrfach Sperrzeiten angekündigt, diese aber nach Protesten der Schiffsführer und nach dem Auftauchen neuer Probleme immer wieder geändert. Bei einer Versammlung auf der Staatswerft, zu der gut 40 Betroffene aus dem Binnenhafen erschienen waren, wurden jetzt die „endgültigen“  Sperrzeiten  verkündet. Die erste reicht vom 2. bis zum 19. April, im Sommer soll die Schleuse vom 10. Juli bis zum 8. August tagsüber gesperrt, nachts aber passierbar sein. Und schließlich sollte die Schleuse noch einmal von Anfang September bis Mitte November oder länger voll gesperrt werden. „Das würde genau in die Zeit fallen, in der die Boote ins Winterlager gebracht werden“, sagt Pfeifer. „Das könnte man dann vergessen.“

Besonders betroffen wären dann Betriebe wie der Yachthafen Harburg, der 100 Liegeplätze zu Wasser und noch einmal die gleiche Anzahl an Land anbietet, dazu Unterbringungen in der Halle, Service und Reparaturen. „Am meisten nervt die Unsicherheit“, sagt Hafenmeister Hermann Friedemann. „Seit sechs Jahren gibt es ein ständiges Hin- und Her. So etwas kostet uns Kunden.“ Die Umsatzeinbußen lägen inzwischen im fünfstelligen Euro-Bereich.

Bei der Versammlung auf der Staatswerft gab es vor allem gegen die Sperrzeit im Herbst lautstarken Protest. „Wir nehmen das ernst und prüfen jetzt noch einmal, ob die Sperrzeit weiter nach hinten geschoben werden kann“, sagt HPA-Sprecherin Sinje Pangritz. Das müsse allerdings auch bei den beteiligten Baufirmen passen.

Sinje Pangritz erklärt auch noch einmal, was diesmal zu den Verzögerungen geführt hat. Zum einen seien die Schäden am Drempel (dem Anschlag für das Schleusentor) größer gewesen als angenommen, zum anderen habe sich herausgestellt, dass beide Tore geringfügig, aber nachweisbar mit Asbest kontaminiert sind. Außerdem habe es Probleme mit der Steuerungs- und Elektrotechnik gegeben. Teilnehmer der Versammlung berichten schließlich über ein massives Gewichtsproblem. So sollen die alten Tore nicht wie angenommen 116 Tonnen wiegen, aus den Bauunterlagen gehe vielmehr hervor, dass sie rund 50 Tonnen schwerer sind. Deshalb musste der Stellplatz für den Kran, der die Tore aus ihrer Verankerung heben soll, neu berechnet werden.

Trotz aller Probleme gibt sich HPA optimistisch. „Im Frühjahr 2014 sind wir fertig“, sagt Sinje Pangritz. ag