121029MoorburgMoorburg - „Überschaubare Lage“ war eines der Kriterien, die bei der Suche nach einem geeigneten Quartier für die drei Ex-Sicherheitsverwahrten aus Jenfeld eine entscheidende Rolle gespielt haben. Und siehe da: Zumindest in

diesem Punkt haben die beteiligten Behörden die richtige Wahl getroffen.

In unmittelbarer Nachbarschaft jenes Hauses am Moorburger Elbdeich, in das die drei Männer Ende November einziehen sollen, wird jetzt ein Bauernhof abgerissen, ein weiteres Haus ist ebenfalls kaum noch zu retten. Die Sicht auf das Haus  mit den Ex-Sicherheitsverwahrten wird also immer besser.

Am Moorburger Elbdeich 319, zwischen A7 und Waltershofer Straße, haben die Abrissarbeiten schon begonnen. Der reetgedeckte Pachthof war bis August 2011 Domizil der Green Meadow Ranch. Dort wurden sechs Jahre lang Quarter Horses gezüchtet. Nach dem Umzug der Züchter auf einen eigenen Hof im Zevener Land stand das Haus in Moorburg leer.

Die Abrissgenehmigung war schon im Frühjahr erteilt. Daniel Stricker, Sprecher der Finanzbehörde, gegenüber NDR 90,3: „Das ist am 7. Mai im Moorburger Gesprächskreis Infrastruktur kommuniziert worden.“ In den Protokollen des Gesprächskreises findet sich dies nach Informationen von harburg - aktuell allerdings nicht.

Dafür findet sich dort eine andere interessante Information: „Aufgrund der jüngsten Moorburg-Entscheidungen des Senats nehmen die Anwesenden zur Kenntnis, dass für das Haus im Moorburger Elbdeich 333 eine Vermietung nicht mehr möglich sein wird.“ Alles deutet also auch hier auf einen bevorstehenden Abriss hin. Die Nummer 333 (Foto) grenzt unmittelbar an die Unterkunft der drei Männer an, und jetzt will dort also keiner mehr wohnen. Vertreter der Finanzbehörde und der Behörde für Stadtentwicklung haben es im Gesprächskreis zur Kenntnis genommen, obwohl doch die beiden Staatsräte Jan Pörksen und Ralf Kleindiek keine Gelegenheit ausgenutzt haben, die Situation schön zu reden und zu betonen, dass die Unterbringung der Ex-Sicherheitsverwahrten keinerlei negative Auswirkungen auf die Lebensqualität in Moorburg haben werden. Wenn das so wäre, könnte das Haus Moorburger Elbdeich ja auch ohne Bedenken saniert und wieder vermietet werden.

In diesem Zusammenhang ist noch ein weiteres Detail zu der Unterkunft der Ex-Straftäter bekannt geworden. Die Umbaukosten des alten Bauernhauses in Höhe von 170.000 Euro werden aus jenem Etat bezahlt, mit dem mehrere Häuser in Moorburg saniert werden sollen. Das Geld (insgesamt rund 2,2 Millionen Euro) wird zur Verfügung gestellt, um die Lebensqualität in Moorburg zu verbessern. Mehrere Harburger SPD-Bezirksabgeordnete fordern deshalb, dass die Finanzbehörde um 170.000 Euro aufstockt. Einen offiziellen Antrag gibt es allerdings noch nicht. ag