120730ElfenwieseMarmstorf - Ziemlich genau zehn Jahre nachdem der Senat ein Auge auf die Elfenweise geworfen  und sie in ein „Sofortprogramm“ für den Wohnungsbau aufgenommen hatte, regt sich jetzt am Rand des Harburger Stadtparks wieder etwas: Anfang August will sich ein behördeninterner Arbeitskreis zusammensetzen und versuchen, die Wünsche der einzelnen Ressorts für den Bebauungsplan Marmstorf 29 abzustimmen.

Im Frühjahr 2013 könnte dann ein Entwurf für diesen neuen Plan öffentlich zur Diskussion gestellt werden. Das teilte Bezirksamtsprecherin Beatrice Göhring auf Nachfrage von harburg-aktuell mit.

 

Die Diskussion um die Bebauung der Elfenwiese wird nicht nur als Beispiel für die wundersame Wandlung von „Sofortprogrammen“ in Langzeitprogramme in die hamburgische Stadtgeschichte eingehen. Die steht auch für „Pappnasen-Politik“: Als nämlich bekannt wurde, dass auf dem landschaftlich äußerst reizvollen Areal 100 und mehr Wohnungen hingestellt werden sollten, taten sich ein paar Anwohner zusammen und organisierten ein Bürgerbegehren. Sie bekamen auch schnell mehr als 6.000 Unterschriften zusammen. Die geplante Bebauung wäre dadurch gestoppt worden, wenn das Bezirksamt nicht eine riesige Pappnase aus der Schublade zog und sie den Vertretern der Initiative aufsetzte. „Ist ja ganz schön, dass ihr euch die Mühe gemacht habt“, erklärte ihnen ein Vertreter des Bezirksamts. „Aber ihr hättet euch die Mühe sparen können, das Bürgerbegehren war nämlich gar nicht zulässig.“ Schließlich handele es sich um ein Sofortprogramm des Senats, und da hat der Bezirk nichts mehr zu melden.

Es folgte ein juristisches Scharmützel, die Richter nahmen den Anwohnern die Pappnase wieder ab, der Plan wurde erst einmal auf Eis gelegt. Schließlich einigte man sich auf einen abgespeckten Plan, nun sollen nur noch 65 Wohneinheiten entstehen – wenn nicht die Finanzbehörde auf die Idee kommt, doch noch ein paar Einheiten draufzusatteln. mz