120511MuellHarburg - Wenn die Wetterprognosen wieder einmal ein schauriges Wochenende ankündigen, sieht Peter Schattenfroh das mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Einerseits weiß der Betreiber der Wasserskianlage auf dem Neuländer Baggersee, dass sich nur ein paar Hartgesottene aufs Wakeboard stellen. Seine Kassen bleiben also leer-

 

Andererseits bleibt aber auch die Liegewiese an der Badestelle schräg gegenüber leer, und das kann Schattenfroh nur freuen. Er muss auf der Wiese nämlich für Sauberkeit sorgen. Das steht in der Genehmigung für den Betrieb der Anlage. „Im November 2002 hatte das Bezirksamt das Okay für mein Projekt gegeben“, sagt Schattenfroh. „Damals war ich Jungunternehmer und froh, dass es endlich losgehen konnte.“ Da habe er die Bedingung, an die die Genehmigung geknüpft war, geschluckt. Die Reinigung der Wiese hat er damals so ganz nebenbei erledigt.

Das hat sich aber geändert. Schattenfroh: „Die Verschmutzung hat erheblich zugenommen.“ Vor allem die vielen Einweg-Grills seien ärgerlich. Die blieben einfach liegen, dazu jede Menge Lebensmittelreste wie halbleere Eimer mit Kartoffelsalat, verkohlte Würstchen oder Grillsaucen, aber auch Flaschen und Holzkohle. Schattenfroh muss das alles ordnungsgemäß entsorgen, das koste jedes Mal eine Menge Geld. Und es werde für ihn immer teurer. Eigentlich ist das Grillen im Landschaftsschutzgebiet verboten, darauf weist auch eine große Tafel hin. Aber viele halten das wohl nur für Vorschläge, die man beachten kann oder auch nicht. „Durchsetzen kann ich da gar nichts“, sagt Schattenfroh. „Ich habe auf der Wiese kein Hausrecht.“ Außerdem wolle er keine Konfrontation, setze viel lieber auf Verständigung mit den Besuchern der Wiese.

Zurzeit tut sich in der Nachbarschaft der Liegewiese einiges. Dort wird auf einem rund 11.000 Quadratmeter großen Grundstück, das bis vor wenigen Jahren von Neuland Beton genutzt wurde, das Wassersport- und Umweltzentrum Neuländer See mit mehreren Gebäuden für den Umweltunterricht und für den Schul- und Vereinsport errichtet. Träger des Projektes sind die Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB), der Angelsportverein Harburg-Wilhelmsburg und die Segelvereinigung Sinstorf. Schattenfroh: „Ich geh davon aus, dass dann auch die Liegewiese verstärkt genutzt wird. Da kann ich nur hoffen, dass sich die Schüler dann an das erinnern, was sie in dem Zentrum über Umweltschutz gelernt haben.“ mz