GloriatunnelHarburg - Was würde wohl ein Häuslebauer sagen, wenn sein Eigenheim plötzlich doppelt so teuer werden würde wie ursprünglich geplant? Er wäre am Ende! Zumindest finanziell. Bezirksamt und Politik waren zunächst erst einmal ratlos, als

sich nach Ende der Ausschreibung herausstellte, dass keine Baufirma für den Umbau des Gloria-Tunnels, in den die IBA als Mieter mit einem Info-Point einziehen will, zwischen Fußgängerzone Lüneburger Straße und Seevepassage weniger als 700.000 Euro verlangte.

 

Ursprünglich sollten nur gut 150.000 Euro locker gemacht werden, um die als „Schmuddeltunnel“ in die Schlagzeilen geratene Unterführung attraktiver zu machen. Das wäre allemal billiger, als das  ganze Ding einfach zuzuschütten – so wie es der frühere Bezirksamtsleiter Torsten Meinberg (CDU) gefordert hatte.

Als dann ein Architekturbüro schicke Zeichnungen für einen hellen freundlichen Tunnel präsentierte, schnellten die Kostenschätzungen in die Höhe. Jetzt sollte der Umbau rund 350.000 Euro kosten. Baudezernent Jörg Penner schluckte dreimal, aber Monate später verkündete er: „Auch dafür bekommen wird das Geld zusammen.“

Und nun verlangen die an dem Auftrag interessierten Baufirmen das Doppelte. SPD-Fraktionschef Jürgen Heimath ist sich nicht sicher, ob die Kostenschätzungen wirklich so verkehrt lagen: „Vielleicht haben die Firmen zurzeit auch genug zu tun und machen deshalb keine günstigeren Angebote.“

Wie auch immer: Was die Architekten vorgeschlagen hatten, lässt sich mit dem bisher vorhandenen Geld nicht bauen. Aus der SPD-Fraktion heißt es: „Dann müssen wir eben in zwei Schritten vorgehen: Zunächst machen wir den Tunnel heller und freundlicher.“ Und dann? Dann müsse nach weiterem Geld gesucht werden.