120426BBHarburg - Auch wenn in der April-Sitzung der Bezirksversammlung gehörig die Fetzen flogen, in einem Punkt waren sich alle einig: Der Wachdienst in der Wohnunterkunft Wetternstraße soll verlängert werden.

Anwohnerin Hannelore Gebhardt hatte in der Bürgerfragestunde noch einmal um Unterstützung gebeten.  Immer wieder waren fremde Personen in den Gärten von Familie Gebhardt und ihren Nachbarn aufgetaucht, auf der Straße wurde offen gedealt und „Fremdschläfer“ hatten in der Unterkunft selbst für Unruhe gesorgt.

Schließlich hatte „Fördern & Wohnen“ als Betreiber die Bitten der Nachbarn erfüllt und einen Wachdienst engagiert. Allerdings nur befristet für drei Monate. Hannelore Gebhardt: „Schade, denn seit hier ein bisschen besser aufgepasst wird, hat sich die Lage etwas beruhigt.“

Sogar die SPD, die gerade eine weitere Unterkunft mit mehr als 100 Plätzen in nur 300 Meter Entfernung plant, unterstützt die Forderung nach einer Verlängerung des Wachdienstes. „Da besteht Konsens. Fördern & Wohnen sucht jetzt nach einer Lösung“, sagte der SPD-Bezirksabgeordnete Bernd Kähler. Geklärt werden muss wohl vor allem die Finanzierung. Deshalb forderte Elke Nordbrock von der Linken auch, dass die Kosten für einen Wachdienst nicht zu Lasten der Betreuung von Flüchtlingen und Wohnungslosen gehen dürften. Außerdem müsse der Wachdienst nicht nur den Nachbarn ein sicheres Gefühl geben, er müsse auch den Bewohnern der Unterkunft zugute kommen.

Unterdessen sammeln die Bürgerinitiative Wetternstraße, zu der auch Hannelore Gebhardt gehört, gemeinsam mit dem Unternehmer Carsten Metterhausen sowie einer Reihe von Politikern weiter Unterschriften für ihr Bürgerbegehren. Sie wollen die geplante Unterkunft im Gewerbegebiet Lewenwerder verhindern. „Die SPD hat bis vor kurzem immer die Unterbringung von Flüchtlingen und Wohnungslosen in kleinen Gruppen gefordert“, sagt Metterhausen. „Warum will sie jetzt genau das Gegenteil machen?“ Erst am Dienstag habe die Bremer Bürgerschaft auf Antrag der SPD beschlossen, Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge stufenweise abzuschaffen. Stattdessen sollen Flüchtlinge spätestens nach drei Monaten in normale Mietwohnungen dürfen. Metterhausen: „So eine Lösung ist doch im Interesse aller. Deshalb bitte ich alle Harburgerinnen uud Harburger um Unterstützung für unser Bürgerbegehren.“ Mz