120425MauerHarburg – Um Zäune wird in Harburg gern gestritten. Mal will man keinen, wie beim Außenmühlenfest. Mal will man einen, wie am Kanalplatz. Jetzt hat man einen. Dabei ist Zaun nicht das richtige Wort. Ist eine richtige Mauer.

Die zieht sich bislang zwischen Karnapp und Schellerdamm hin. Drei Meter hoch und hellgrau. Die schönen, älteren Häuser am Karnapp sind kaum noch zu sehen. Der Blick aus der Harburger Innenstadt vom Schloßmühlendamm in die Schloßstrasse endet nun an einer grauen Wand. Historisch war dieser Weg die Hauptachse an der Harburg aus dem Hafen heraus wuchs. Wer im channel aus der Schloßstrasse kommt fährt optisch regelrecht gegen die Wand.

Das ist nur der Anfang. Laut Bahn wird die Lärmschutzwand 1,7 Kilometer lang werden und bis kurz vor die A7 reichen. Bis Juni sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Bauherr der Lärmschutzwand, die mit neuesten, den Schall schluckenden Materialien ausgestattet ist, ist die Bahn.

Finanziert wird die Mauer, die noch einmal optisch die Teilung von Harburg und dem Binnenhafen unterstreicht, aus den Geldern, die der Bund im Rahmen des „Lärmsanierungsprogramms an Schienenwegen“ zur Verfügung stellt. Dabei hat Harburg noch Glück. Weil es eine bestehende Bahnstrecke ist, wird die Lärmschutzwand nur halb so hoch. Werden Gleise neu verlegt, sehen die neuesten gesetzlichen Bestimmungen eine sechs Meter hohe Wand vor.