111208Bruecke1Neuenfelde - Schlechte Nachricht für Pendler, die die Strecke an der Elbe bei Neuenfelde nutzen. Die Straße über das Sperrwerk Estemündung in Cranz wird ab April für gut fünf Monate gesperrt. Lediglich im Sommer

wird die Straßenbrücke zwischen Ende Juni und Mitte Juli für rund drei Wochen befahrbar sein. Grund für die Lange Sperrung sind Reparaturarbeiten an einem beschädigten Sperrwerkstor und der darüber liegenden Straßenbrücke.

Die Hamburg Port Authority (HAP) hat sich dazu entschlossen, die Maßnahmen komplett außerhalb der Sturmflutsaison durchzuführen. Im Dezember war das 160 Tonnen schwere Tor beim Schließen nach oben gedrückt worden und hatte die Straßenbrücke angehoben. Wie es dazu kam, ist noch nicht abschließend geklärt. Sicher ist, dass ein Hindernis im Untergrund das Tor aus dem unteren Lager gehebelt hat. Genauere Informationen dazu, was dort liegt, erwarten die Experten nach der Bergung des beschädigten Tores.

Die HPA beginnt in den kommenden Wochen mit der Bauvorbereitung, damit die Arbeiten am Tor direkt mit Ende der Sturmflutsaison Anfang April starten können. Insgesamt rechnet die HPA mit gut fünf Monaten Bauzeit. Zunächst soll ein Schwimmkran das Tor bergen und in die nahe Sietas-Werft bringen, dort wird es repariert. Gleichzeitig plant die HPA die umfangreichen Schäden an der Brücke und den Lagern des Stemmtores zu beheben. Aus diesem Grund wird die Straßenbrücke sowohl für Fahrzeuge als auch für Radfahrer und Fußgänger gesperrt. Schiffsdurchfahrten sind in dieser Zeit nur an den Wochenenden möglich.

Momentan laufen noch Gespräche mit der HADAG und dem HVV wie der öffentliche Nahverkehr in dieser Zeit organisiert werden kann. Nähere Informationen zu den Arbeiten, Umleitungen und Busrouten wird die HPA frühzeitig im Vorfeld bekannt geben.

Am Donnerstag, 8. Dezember, war es gegen 6 Uhr beim Schließen des Sperrwerks Estemündung zu einem Schaden an dem Sperrwerkstor und der darüber liegenden Klappbrücke gekommen. Das Tor des Sperrwerks war beim Schließen rund 70 Zentimeter nach oben gedrückt worden und hatte die darüber liegende Straßenbrücke um etwa 15 Zentimeter angehoben. In den folgenden Tagen sicherten Mitarbeiter der HPA das über 160-Tonnen schwere Stemmtor mit mehreren Kettenzügen und errichteten von einem Gerüstturm aus eine Stützkonstruktion aus Stahlträgern für das schiefhängende Tor. Die Straßenbrücke konnte daraufhin vorerst wieder in Betrieb genommen werden.

Mehrere Versuche mit Tauchern die Unfallursache zu ermitteln, führten nicht zum Erfolg. Aufgrund der doppelten Sicherung durch ein weiteres Tor an der Nordseite des Sperrwerks ist die Hochwassersicherheit trotz des Schadens gewährleistet. dl