120202SeilbahnWilhelmsburg - Die Seilbahn, die Wilhelmsburg mit St. Pauli verbinden soll, rückt wieder in greifbare Nähe. Die Investoren haben das Konzept überarbeitet. Der Bürgerverein Wilhemsburg, an dessen Spitze Hamburgs ehemalige

Wissenschaftssenatorin Herlind Gundelach steht, unterstützt das Projekt. Es würde eine zusätzliche Nahverkehrverbindung schaffen, über die man vom Reiherstieg aus in 20 Minuten über die Norderelbe ist.

 

Ich war schon immer dafür“, sagt Herlind Gundelach. „Wir haben es mit einem funktionierenden System zu tun. Das ist kein Experiment, es ist eine große Chance.“ Gundelach geht davon aus, dass durch eine solche Seilbahn auch die südlichen Stadtteile endlich auch vom Tourismus profitieren werden. Das sieht auch Ralph Lindenau, ihr Kollege vom Bürgerverein St. Pauli so. „Mit so einer Seilbahn gelingt dann wirklich der Sprung über die Elbe“, sagt er. „Der Süden Hamburgs, der doch immer etwas stiefmütterlich behandelt wird, würde davon partizipieren.“

Das überarbeitete Konzept, das intern in Hamburg vorgestellt wurde, bezeichnete Gundelach mit einem Wort: „Toll.“ Im Einzelnen: In Wilhelmsburg soll eine Station am Reiherstieg nahe dem Eingang zum Gelände der internationalen Gartenschau gebaut werden. Laut Investor würden dort reichlich Parkplätze und ein Anleger für Barkassen eine gute Anbindung bieten. Von dort geht es rund vier Kilometer in Richtung Norderelbe.

Für die Planungen wichtig: Die Trasse, die in einer Höhe von 20 bis 50 Metern verläuft, quert nicht ein Wohnhaus. Neben dem „König der Löwen“ soll die zweite Station gebaut werden. Diese Strecke wird nach dem System herkömmlicher Seilbahnen gebaut. Die Gondeln sollen eine Kapazität von maximal zehn Personen haben. Fahrräder können mitgenommen werden. Auch für Rolli-Fahrer ist die Nutzung unproblematisch. 15 Minuten braucht eine Gondel für die Südstrecke. Dann wird umgestiegen in die Gondeln der Nordstrecke. Sie sind größer und fassen bis zu 30 Personen. Getragen werden sie von einem Dreiteiltragesystem, die neuste Entwicklung auf dem Sektor Seilbahnen. Es wird gebraucht, um die großen, bis zum Boden verglasten Gondeln in Höhen von mindestens 80 Metern zu tragen. Auf der Südseite steht dafür ein 126 Meter hoher Mast.

Auf der Nordseite wird es ein 91 Meter hoher Mast sein, der in der Nähe der Jugendherberge Stintfang steht. Beide Masten sind extra entworfen und sollen sich durch geschwungene Linien und grazile Bauweise ins Auge schmeicheln. Endstation ist an der Glacischaussee wo bislang der Polizeikasper sein Hauptquartier hat. Von dort ist der Kiez zu Fuß in maximal zwei Minuten, der Dom mit einem Gang über die Straße zu erreichen Damit wäre die Station nicht mehr in einem Wohngebiet, was für Widerstand der örtlichen Politik geführt hatte.

Kosten wird das Projekt den Steuerzahler nicht einen Cent. Die Investoren, Stage Entertainment und Doppelmayr, der Weltmarktführer aus dem österreichischen Wolfurt, finanzieren das komplette Projekt. Angelegt ist es auf zehn Jahre, wobei die südliche Trasse zwischen Reiherstieg und Norderelbe bereits nach fünf Jahren rückgebaut werden könnte. Wie lange die Seilbahn, wird sie realisiert, dann tatsächlich fährt, liegt an Hamburg. Sie könnte noch lange als Personennahverkehrssystem dienen.

Andere Seilbahnen sind echte Renner geworden. In Koblenz verbindet die Rheinseilbahn seit Dezember 2009 die Innenstadt mit der Festung Ehrenbreitstein. Hauptziel war es, den Gästen der letztes Jahr dort stattfindenden Bundesgartenschau eine Verbindung zwischen Stadt und Ausstellungsgelände zu bieten. Ursprünglich sollte die Seilbahn 2013 wieder abgebaut werden. Mittlerweile macht sich dort die Bürgerinitiative Pro Seilbahn stark für einen weiter laufenden Betrieb. Ein Grund dafür ist die gute Öko-Bilanz zv