111227PLANU4Wilhelmsburg – „Stummellösung“ nennt Kurt Duwe, Bürgerschaftsabgeordneter der FPD aus Harburg, den Plan des Senats die neue U4 nur bis zu den Elbbrücken zu bauen. Der am Dienstag vorgestellte Plan sieht einen zügigen Bau der U4 bis zu den Elbbrücken vor. Dort ist dann jedoch Schluss. Eine direkte Anbindung an den S-Bahnhof Veddel, ist bei dem mit 180 Millionen veranschlagten Bauvorhaben nicht geplant.

 

Laut Senat wurden bereits 2007 bis 2010 die Möglichkeiten für eine ÖPNV-Erschließung der östlichen HafenCity und des Kleinen Grasbrooks untersucht. Es habe sich dabei gezeigt, dass eine alleinige Buserschließung den verkehrs- und stadtentwicklungspolitischen Zielen in der östlichen HafenCity nicht gerecht werden könne. Ergebnis der Untersuchungen war die Vorzugslösung, die eine Verlängerung der U4 über 1,3 Kilometer im zunächst unterirdischen Streckenverlauf bis zu einer oberirdischen Haltestelle im Bereich der Elbbrücken vorsieht.

Die dortige Endhaltestelle bietet zunächst eine Übergangsmöglichkeit zum Buslinienverkehr, später dann optional zu einer ergänzenden S-Bahn-Haltestelle an der vorhandenen Strecke der S3 / S31 im Bereich der Elbbrücken. "Die Untersuchungen haben auch gezeigt, dass Umsteigemöglichkeiten im Bereich der Elbbrücken zwischen U- und S-Bahn nur mit erheblichen Kosten realisiert werden könnten. Ein entsprechend umfangreiches Bauprogramm ist derzeit nicht finanzierbar". so die Stellungnahme des Senats.

„So hat der Senat endgültig die Option begraben, zumindest den Wilhelmsburger Westen und Kirchdorf an das Schnellbahnnetz anzuschließen“, sagt Duwe. „Die Option einer Busverbindung von der U4-Endstation zur S-Bahn Veddel sowie die Möglichkeit einer neuen S-Bahnstation an den Norderelbbrücken kann nur als Weihnachtsmärchen gewertet werden. Es ist real, aber entbehrt nicht einer gewissen Surrealität: Ursprünglich mit dem Argument durchgesetzt, dass diese U-Bahnlinie in den Süden Hamburgs führen sollte, endet dieser Stummelschwanz kurz vor den Norderelbbrücken am sogenannten Chicago Square.“

Wir bedauern, dass keine Verbindung zur S-Bahn geplant ist“, sagt Klaus-Peter Hesse, Verkehrssprecher der CDU-Fraktion. "Wir fordern die Fortführung der U4 nach Wilhelmsburg, Kirchdorf und Harburg. Hierfür müssen die Trassen bereits jetzt freigehalten werden. Der Senat ist nun in der Pflicht, seine Planungen im Verkehrsausschuss vorzustellen, wo sie diskutiert und hinterfragt werden können.“

Das Thema Verlängerung der U4 in Richtung Wilhelmsburg und Harburg ist aus Sicht der SPD-Fraktion “Zukunftsmusik“. Koeppen: „Dieses Vorhaben ist finanziell nicht darstellbar und wir sind gut beraten, die Verlängerung der U4 planerisch nicht zu überfrachten“, so Martina Koeppen, Fachsprecherin Verkehr der SPD-Fraktion. Naheliegender sei eher die optionale Umsteigemöglichkeit zur S-Bahn an den Elbbrücken. Koeppen: „Es ist auch für uns als SPD-Fraktion wünschenswert, wenn dort eine Umsteigemöglichkeit zwischen U- und S-Bahn realisiert werden kann. Aber auch hier macht uns die finanzielle Situation momentan leider einen Strich durch die Rechnung." zv