111026CommuniosnwegHarburg - Die Behörde für Arbeit, Familie und Integration hat den Vorschlag der SPD, das Areal an der Straße Lewenwerder zu nutzen dankbar aufgenommen. Entsprechende Planungen wurden in der Bezirksversammlung

 

vorgelegt. Dort entsteht eine neue Unterkunft. Bis 2008 stand dort ein Pavillondorf (Foto). So aufwendig wird das neue Lager nicht. Es wird aus Containern bestehen. Das Thema wurde trotz Vorlage eines entsprechenden Schreibens aus der Fachbehörde nicht mehr in der Bezirksversammlung behandelt. Ein Grund: Die Fachbehörde hatte einen Formfehler gemacht, in dem sie das Schreiben an die falsche Adresse schickte. Das, so war aus der Hamburger Behörde zu erfahren, interessiert nördlich der Elbe nicht. Man will das Projekt weiter voranbringen. Es dürfte bereits beschlossene Sache sein.

Am Ende dürfte der Bezirk Harburg mehr Wohnungslose und Zuwanderer aufnehmen, als in letzter Zeit kommuniziert wurde. Trotz des Lagers am Communionsweg wird an dem Standort Hasselwerder Straße festgehalten. Auch in der Wetternstraße werden zusätzliche Unterkunftsplätze entstehen. Lediglich der Standort Bremer Straße ist vorerst aus dem Rennen. Er wurde "zurückgestellt". Laut Sprinkenhof AG gibt es verschiedene Nutzungskonzepte, über die frühestens Ende des Jahres entschieden wird. Die beiden Vorschläge der SPD, das Gewerbebauten an der Buxtehuder Straße und am Försterkamp für die Unterbringung von Wohnungslosen und sozial problematischen Zuwanderern zu nutzen, fand keine Zustimmung. Bei beiden Gebäuden handelt es sich um Gewerbebauten, die im größeren Umfang umgebaut werden müssten. In beiden Fällen müssten hohe Mieten gezahlt werden.

Lewenwerder ist für die Fachbehörde ideal. Als "kurzfristig realisierbar" wird der Standort eingestuft. 110 Plätze sollen au dem zwei Hektar großen Areal entstehen, das der Stadt gehört. Groß gebaut wird nicht. Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation stimmt lediglich einer dreijährigen Nutzung zu.

Damit ist der Standort Wetternstraße weiter ganz vorn im Spiel. Der Standort wird ausgebaut. Das Haupthaus soll saniert werden. Damit verbunden ist die Schaffung von 20 zusätzlichen Plätzen. Neu sollen auf dem Areal 64 Wohnungen entstehen. Sie sind für die "Problemfälle" vorgesehen, die sonst in der Unterkunft untergebracht würden. Gewertet werden sie nach Bezug nicht mehr als Unterkunft, sondern als "privatrechtlich vermietet". Schön für die SPD: Sie kann die in Wohnungen umgewandelten Unterkunftsplätze auf der Habenseite ihres Wohnungsbauprogramms verbuchen. Als Vorzug wird gewertet, dass der Standort Lewenwerder und Wetternstraße so nahe zusammen liegen, dass sich ein "Unterkunftscluster" bilden. Organisatorisch sollen sie zusammen betreut werden. Dass das schon jetzt in der Wetternstraße nicht funktioniert, ist der Aussage einer Frau zu entnehmen, die als Bewohnerin der Unterkunft davon berichtete, dass die Betreuung durch fördern & wohnen mangelhaft ist und dass in der bestehenden Unterkunft von Bewohnern Betten an illegal dort lebende Menschen "vermietet" werden. 300 Euro, so die Aussage der Frau, werden dafür kassiert.

Auch an der Hasselwerder Straße werden in drei Häusern wohnungslose Familien untergebracht. Wer das sein wird, muss noch abgestimmt werden. Die Unterbringungsmöglichkeiten sind für Wohnungslose aus Deutschland und der EU, vornehmlich aus Ländern wie Bulgarien, Rumänien oder Polen vorgesehen, die in Hamburg als Obdachlose leben. zv