101117EissendorferStrEißendorf – Die Anwohner der Eißendorfer Straße werden sich auf längere Parkplatzsuche einstellen müssen. Bis zu 40 Parkplätze gehen flöten, wenn die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) ihr Radwegkonzept durchsetzt. Denn dann werden zwischen

 

der Dempfwolfstraße und dem Kirchenhang zusätzlich je Richtung ein jeweils 1,25 Meter breiter Schutzstreifen für Radfahrer auf die Fahrbahn gepinselt.

Parken ist dann in der jetzigen Form nicht mehr möglich, die Straße ist zu schmal. Das I-Tüpfelchen: die gerade erst  an der Eißendorfer Straße gebauten „Nasen“, welche Fußgängern ein sichereres Überqueren der Straße ermöglichen sollen, stören dann. Sie müßten wieder abgerissen werden. Die Behörden haben sich bei dem gerade erst erfolgten Umbau nicht abgestimmt, gibt der Vertreter der BSU zu. Es „sei schön ärgerlich“, wenn eine Behörde nicht weiß, was die andere mache.

Die Auswirkungen der Parkplatzreduzierung, das befürchten einzelne Politiker, könnten Einbußen für die kleinen Geschäfte nach sich ziehen.

Auf breite Ablehnung stößt der Plan der BSU auf dem Marmstorfer Weg zwischen Bremer Straße und Eißendorfer Grenzweg Fahrradstreifen auf der Fahrbahn einzurichten. Denn dann fällt der vorhandene Radweg weg. Der verläuft neben dem breiten Fußweg und ist zur Fahrbahn noch einmal durch einen Grünstreifen abgegrenzt.

Ideal“, findet Rainer Bliefernicht (CDU) ist der jetzige Radweg. Er müsste ausgebessert und das überwuchernde Grün beseitigt werden.  Die CDU lehnt den Radstreifen der BSU ab. Unterstützung findet er dabei bei der SPD. „Geldverschwendung“, nennt Rafael Robert Pilsczek den Plan der BSU. Nur die GAL steht scheinbar fest zur BSU, an deren Spitze Parteifreundin Anja Hajduk steht. Kay Wolkau appelliert an das „überstehende Ziel“ zu denken.

Viel lieber hätten die meisten Politiker aber einen ordentlichen Radweg an der Friedhofstraße. Das wäre viel sicherer für Radfahrer. Diese Straße spielt aber eine untergeordnete Rolle bei der Einzelplanung der Radstreifen.

Insgesamt, so haben Untersuchungen und Erfahrungen aus anderen Städten ergeben, würde das Unfallrisiko durch Einrichtung der Fahrradstreifen reduziert. Der BSU-Mann brachte die jetzige Planung dann so auf den Punkt: "Man wolle mit den vorhandenen Mitteln möglichst lange Radstreifen einrichten. Bevorzugt werden Straßen, die problemlos sind."

So will man das Projekt vorantreiben und vor allem eine Akzeptanz bei der Bevölkerung bekommen. Dazu gab es einen Wink mit dem Zaunpfahl für die Bezirkspolitiker. Geld, dass hier nicht ausgegeben wird, könnte anderen Bezirken zu Gute kommen.

Der Veritaskai ist als dritte Straße für einen Schutzstreifen für Radfahrer ausgewählt worden. Dort wird die Fahrbahn dadurch so eingeengt, dass die Lastwagen bei Gegenverkehr hinter dem Radfahrer herfahren müssten. zv