Harburg - Aus 35 sind am Ende 60 Minuten geworden - doch die vergingen wie im Flug: Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard löste

am Dienstagabend ihr Geburtstagsgeschenk an die Harburger Marinekameradschaft ein, und hielt für die "Seebären" einen exklusiven Vortrag. Beim Empfang im Harburger Rathaus anlässlich des 120-jährigen Bestehens der Marinekameradschaft kündigte Leonhard dieses Versprechen an - und hielt natürlich Wort. Mehr noch: Sie begeisterte die knapp 100 Vertreter der Marinekameradschaft und ihre geladenen Gäste in der Harburger Fischhalle mit ihrem großartigen Vortrag.

Eine Hamburger Senatorin mit großer Affinität zur Seefahrt - das ist eher selten. Doch Melanie Leonhard ist vom Fach. Mit ihrer Arbeit „Die Entwicklung eines Familienunternehmens: die Reeder- und Schiffbauerfamilie Rickmers im deutschen Schiffbau und der deutschen Schifffahrt von 1834–1918“ promovierte sie im Jahr 2009 an der Hamburger Universität.

Der Auftritt in der Fischhalle war ein echtes Heimspiel für die Senatorin: Die meisten der Anwesenden kannte sie persönlich sorgte mit ihrer lockeren und sympathischen Art für eine angenehme Atmosphäre. Der Titel ihres "Jubiläumsgeschenks": "Flottenbau und Marinebegeisterung - Kritik in Politik und Gesellschaft in Deutschland“.

Das hört sich zwar etwas trocken an, war aber ganz großes Kino: Anhand mehrer Buchraritäten aus ihrem Privatarchiv - die sie auch herumgehen ließ - veranschaulichte Leonhard die Entwicklung der Deutschen Seefahrt von 1848 bis heute. Zudem wurden mit einem Beamer zahlreiche historische Fotos gezeigt.

"Bedingt durch die militärischen Erfolge gab es nach der Gründung des Deutschen Reichs im Jahre 1871 gesamtgesellschaftlich eine große nationale Begeisterung für das Militärische. Eine herausragende Rolle kam der Kaiserlichen Marine zu, die im Gegensatz zu den Heeren der Staaten, die unter Verwaltung derselben blieben, dem Kaiser direkt unterstellt ist",
führte die Senatorin aus. Und: "Die Marine diente von Anfang an als nationaler Integrationsfaktor. Sie ermöglicht - anders als die Heere - bürgerlichen Zugang zum Offiziersberuf, damit verbunden ist ein hohes Ansehen in der militärisch geprägten Gesellschaft des Kaiserreiches."

Nicht nur Michael Pahlke, der Vorsitzende der Harburger Marinekameradschaft, war angesichts dieser spannenden und detaillierten Ausführungen begeistert: "Ich hätte ihnen noch stundenlang zuhören können. Vielen Dank. Wir sind absolut begeistert." Soviel steht fest: Das war ein ganz besonderer Abend, den die Harburger Marinekameraden und ihre Gäste  nicht so schnell vergessen werden.  (cb)

Eine Hamburger Senatorin mit großer Affinität zur Seefahrt: Melanie Leonhard. Foto: Christian Bittcher