Harburg – Die Liegewiese am Nordufer des Neuländer Sees könnte ein wunderbar idyllisches Plätzchen sein – vor allem im Sommer. Könnte! Denn Umweltsäue

verwandeln die Grünfläche immer wieder zu einem Ort, an dem man sich nicht gerne aufhält. Wer genauer hinsieht, muss ich sogar ekeln. Überall liegen die Reste von offenbar feuchtfröhlichen Grillabenden herum: marinierte Nackensteaks, Wodkaflaschen, Grillkohle, Einweggrills und jede Menge Würstchen. Alles war billig, es lohnt sich für diese Leute wohl nicht, das alles wieder mitzunehmen.

Und wer räumt das alles weg? Die Verursacher sicher nicht, sie haben sich verdrückt, egal, sollen doch „die anderen“ das wegräumen. Als Peter Schattenfroh 2003 die benachbarte Wasserski-Anlage in Betrieb nahm, schien eine Lösung für das Müllproblem gefunden zu sein. Das Bezirksamt erteilte die Betriebsgenehmigung unter anderem unter der Bedingung, dass Schattenfroh die Liegewiese sauber hält, dafür dürfe er dort auch einen kleinen Verkaufsstand für Getränke und einiges mehr hinstellen.

Diese Lösung erwies sich als „Geburtsfehler“ – so sah es Schattenfroh später jedenfalls. Er hatte genug damit zu tun, die Wasserski-Anklage zu einem wirtschaftlichen Erfolg zu machen, für einen Verkaufsstand mit hohem Personalaufwand und geringem Umsatz war da kein Platz.

Die Wiese hatte Schattenfroh dennoch an der Backe. Sie sauber zu halten, war viel Arbeit. Und brachte auch massiven Ärger. Denn eine Gruppe von wodka-benebelten Jugendlichen wollte sich von ihm nichts sagen lassen und schmierte eines Tages als „erste Warnung“ sämtliche Schlösser und Türgriffe der Anlage mit Hundekot zu. Als nächste Eskalationsstufe drohte sie damit, die Halteseile eines Seilbahnständers an der Südseite des Sees zu zerschneiden.

Nach dem Betreiberwechsel der Wasserski-Anlage gab es 2015 erneut eine Diskussion darüber, wer den Müll auf der Liegewiese beseitigen soll. „Im April 2015 sagte das Bezirksamt zu, sich um die Angelegenheit zu kümmern und die Zuständigkeit zu klären“, sagt die CDU-Bezirksabgeordnete Helga Stöver. Allerdings gebe es keine Informationen darüber,  was da nun geregelt worden sei. In der Saison 2016 sei die Wiese genauso vermüllt gewesen wie in den Jahren zuvor. Jetzt soll das Bezirksamt im Regionalausschuss Harburg mal berichten, was sich getan hat. ag

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