Neugraben Ute Skolinski von der Bürgerinitiative Neugraben Fischbek möchte sich angesichts des Kita-Debakels im Neubaugebiet Vogelkamp gar nicht ausmalen, was

passiert wäre, wenn, wie ursprünglich geplant, 3750 statt 1500 Plätze für Flüchtlinge realisiert werden. Die Stadt ist nicht in der Lage die im Bürgervertrag gemachten Zusagen zur Kita-Betreuung einzuhalten. „Es ist kaum noch zu erklären, dass es nicht möglich ist, in Neugraben-Fischbek einige Container auf einem geeigneten Platz aufzustellen, um wenigstens eine provisorische Betreuung der Kinder zu gewährleisten“, schreibt die Initiative in einem offenen Brief an Sozialsenatorin Melanie Leonhard.

Das es dazu kam, ist auch in nicht unerheblichen teilen der IBA zu verdanken. Die hat in dem Neubaugebiet den „Hut auf“ und ist mitverantwortlich, dass für die Kita ein Architektenwettberwerb veranstaltet werden musste. Jetzt hat man einen „Gewinner“, der kein Gewinn für das Neubaugebiet ist. Die Umsetzung des Entwurfs ist finanziell nicht umsetzbar. Das DRK als Träger des Kindergartens, zog die Reißleine. Ein Provisorium scheitert, weil die IBA Geld für die Fläche und die Innenbehörde für die Bereitstellung von Containern für einer Not-Kita haben wollen. Eine neue Kita ist frühestens 2019 in Sicht.

Dabei hätte nach Ansicht der Initiative längst etwa passieren müssen. „Die letzte Kita in unserem Stadtteil wurde 2012 eröffnet. Seitdem sind mehr als 700 neue Einwohner in ihre Häuser und Wohnungen in den Neubaugebieten von Neugraben-Fischbek eingezogen. In drei neu entstandenen öffent-lich-rechtlichen Folgeunterkünften wohnen bereits weit über 100 betreuungsbedürftige Kin-der von Flüchtlingen. Bereits Anfang 2015 hat sich die IBA damit beschäftigt, einen Standort für eine provisorische Kita zu suchen. Zwei Jahre sind inzwischen vergangen. Gerade 30 Kita-Plätze sind in unserem Stadtteil hinzugekommen“, heißt es in dem offenen Brief der Initiative. Eine Meinung zu den Problemen, die zum kita-Debakel führten, hat die Initiative auch. „Es ist“, schreibt man in dem offenen Brief, „den Bewohnern egal, ob eine Behörde Verhandlungen um den Preis von Containern führt oder ob die IBA Pacht für das Land möchte. Es ist den Bewohnern egal, ob sich die aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen für einen privaten Anbieter nicht lohnen.“ Man benötige dringend die Kita-Plätze. Stattdessen bekomme man seit zwei Jahren nur Vertröstungen und Gezänk zu hören. zv