ZEASchlachthofstr20Harburg – Rund 1,4 Millionen Euro hatte der Senat im vergangenen Herbst „zur Förderung und Unterstützung des freiwilligen Engagements für Flüchtlinge“

bereitgestellt. Davon sollten knapp 100.000 Euro Hilfsprojekte im Bezirk Harburg gezahlt werden. Wo ist das Geld geblieben? Die Antwort des Senats auf eine Anfrage der CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Karin Prien ließ Schlimmes befürchten.

Demnach vergebe der Senat an die Lawaetz-Stiftung, die die Verteilung des Geldes an die einzelnen Projekte organisieren soll, 97.587 Euro für Projekte im Bezirk Harburg – davon sollen aber allein 9.758,73 Euro für die Verwaltung des Geldes draufgehen. Und: Bis zum 18. März habe die Lawaetz-Stiftung noch keinen Cent abgefordert. War die Zusage des Senats also ein Schuss in den Ofen?

„Nein“, sagt Bettina Maak, Sprecherin des Bezirksamts. In Harburg entscheide ein Begleitausschuss unter Vorsitz von Bezirksamtsleiter Thomas Völsch über die Vergabe. 2015 seien 34 Projekte und Maßnahmen mit einer Summe von insgesamt 47.292,57 Euro unterstützt worden. Bis zum 20.April diesen Jahres seien weitere 26.255,00 Euro für zehn Projekte bewilligt worden. Das Geld sei bisher aber nicht bei der Sozialbehörde abgerufen worden, weil die Lawaetz-Stiftung in Vorleistung getreten sei.

Und was ist mit den Verwaltungskosten? Bettina Maak: „Die Sozialbehörde gibt einen Anteil von zehn Prozent der Gesamtsumme für die Verwaltung vor.“ Die Lawaetz-Stiftung übernehme dafür sogar die komplette Buchhaltung für die geförderten Projekte. Wer sich im Umgang mit öffentlichen Mitteln auskennt, weiß wie kompliziert und aufwändig das ist.

Zu den geförderten Projekte gehören unter anderem: Die Kochgruppe von „TUHH integrativ“, die mit Geflüchteten aus der Erstaufnahme auf dem Schwarzenberg kocht (3600 Euro, die „offene Kulturwerkstatt“ des Elbdeich e.V. in Moorburg (2.440 Euro), die Wanderungen von „Walking tours“ mit Geflüchteten durch Hamburg (119,60 Euro), die Karnevalsparty der Initiative „Willkommen in Süderelbe“ in der Erstaufnahme Geutensweg (200 Euro) oder der Transport einer Klavierspende (153 Euro). ag