160411ParkticketsHarburg – Schluss mit lustig! Ab Dienstag, 19. April, wird die Zahl der Knöllchen im Harburger Kerngebiet wieder massiv steigen. Der Landesbetrieb Verkehr schickt

drei Mitarbeiter von der zentralen Dienststelle „Parkraummanagement“ dauerhaft über die Elbe, um an den Brennpunkten rund um Harburger Ring und Phoenix-Center gezielt gegen Falschparker vorzugehen. „Wir werden ordentlich Druck machen“, sagt Landesbetriebs-Sprecher Uwe Thillmann. Die einzelnen Bereiche würden montags bis sonnabends mehrere Male täglich bestreift.

Um die Falschparker vorzuwarnen, sollen am 18. April zunächst nur Info-Flyer verteilt werden. Einen Tag später wird es dann ernst. Thillmann: „Wir wollen die Autofahrer dazu bringen, dass sie sich genau überlegen, ob sie ihr Auto in der Innenstadt wirklich brauchen.“ Schließlich würden bei jeder Parkplatzsuche unnötig Abgase in die Luft gepustet, außerdem sorgten Parkplatzsucher in der Regel für Staus.

Ein Gewinner dürfte das Phoenix-Center sein, das bereits länger mit dem Slogan „Strafzettel sammeln andere“ und einer Stunde freies Parken wirbt. Stackmanns in Buxtehude wirbt mit ermäßigtem oder ganz freiem Parken (ab 50 Euro Einkaufswert) für Kunden. Verlierer dürfte die Harburger Innenstadt werden, die versucht sich als „Oberzentrum“ zu behaupten, dass Kunden aus der angrenzenden Landkreisen anziehen will. Denn es wird nicht nur „abgezettel“. Auch die Parkgebühren in der seit Jahren um Kunden und Attraktivität ringenden Innenstadt sind angehoben worden. 2,40 Euro kostet es, wenn man die maximal zwei Stunden zulässige Parkzeit in der Harburger City sein Auto abstellen will. In Buchholz ist es günstiger. Dort kostet das Parken an den Parkscheinautomaten 50 Cent die Stunde. Mehr als in Harburg verlangt man in Buxtehude. Dort kosten zwei Stunden Parkzeit 3 Euro. Die Höchstparkdauer beträgt dafür bummel-freundliche drei Stunden. Stade wirbt damit, dass dort das Parken im Innenstadt von Montag bis Freitag ab 16 Uhr und am Sonnabend den ganzen Tag kostenfrei ist. In Lüneburg werden im Innenstadtbereich 2,60 Euro pro Stunde auf öffentlichen Parkplätzen verlangt.

Günstig und "gefahrlos" parken kann man dafür in Harburg in den Parkhäusern am Krummholzberg (Stunde 1 Euro / am Tag höchstens 2,50 Euro) oder im Parkhaus am Küchgarten, wo die gleichen Preise verlangt werden.

Die Attraktivität Harburgs dürfte bei der angekündigten „Abzettel-Offensive“ der „Parkraummanager“ keine Rolle spielen. Es ist kein Geheimnis, dass die Stadt auch auf zusätzliche Einnahmen schielt. Der Rechnungshof hatte ihr schon 2006 vorgerechnet, dass sie sich durch mangelndes Parkraummanagement bis zu 35 Millionen Euro jährlich durch die Lappen gehen lässt. Bis 2013 sollte das der Bezirkliche Ordnungsdienst erledigen. Nach seiner Abschaffung musste der Landesbetrieb Verkehr ran. Tillmann bestreitet zwar, dass es Knöllchen-Quoten gibt, die die Mitarbeiter des Parkraummanagements bringen müssen. Die Stadt hatte aber bei der Einführung angekündigt, dass sich die Stellen selbst tragen müssen. ag/zv

Veröffentlicht 12. april 2016