151207Rohre2Fischbek – Spaziergänger in der Fischbeker Marsch rieben sich am Wochenende verwundert die Augen: Neben der Erstaufnahme für Flüchtlinge im ehemaligen

OBI-Baumarkt und der direkt daneben im Bau befindlichen Folgereinrichtung sind nördlich der Straße Am Aschenland jetzt auch schon Erdarbeiten zu beobachten. Dort soll das riesige Flüchtlingsquartier für mehr als 3000 Menschen entstehen.

Tatsächlich bestätigt die IBA Hamburg GmbH: „Wir haben die nachhaltige Erschließung der geplanten temporären Flüchtlingsunterkunft übernommen. Die Arbeiten auf der Fläche erfolgt somit früher als geplant.“ Diese Worte sind sorgsam gewählt, dem aufmerksamen Leser fallen die Adjektive „nachhaltig“ und „temporär“ auf. Die Erklärung ist im jüngsten Newsletter der IBA Hamburg GmbH nachzulesen. Dort steht: „Die Erschließung orientiert sich an der bestehenden Funktionsplanung, denn das Ziel bliebt die langfristige und vollständige Quartiersentwicklung.“ Mit anderen Worten: Die IBA betont, dass das Flüchtlingsdorf nicht für immer bestehen bleiben soll. Hat es eines Tages ausgedient, soll auch der vierte Bauabschnitt des Quartiers Vogelkamp wie geplant gebaut werden. Wann das sein wird, kann heute keiner sagen.

151207Rohre1
 Die Erschließungsarbeiten für das riesige Flüchtlingsquartier haben begonnen. Foto: mag

Einen kleinen Schönheitsfehler haben die jetzt begonnenen Erschließungsarbeiten dennoch: Spaziergänger, die die große Runde drehen wollen, können plötzlich vor einer Baugrube oder einem nicht zu passierenden Matschfeld stehen. Nirgends ist ein Hinweisschild zu finden, dass es hier keinen Durchgang gibt. So sah man denn am Wochenende mehrfach fluchende Spaziergänger, die sich durch Sturm und Wind auf den kilometerlangen Rückweg machen mussten – weil da plötzlich Bauarbeiten waren. ag

Veröffentlicht 7. Dezember 2015