151103Vogelkamp1Fischbek – Für die Grundstücke am Vogelkamp wird es angesichts der riesigen Unterkünft für mehr als 4000 Menschen keinen „Flüchtlingsrabatt“ geben. Das hat

die Senatorin für Stadtentwicklung, Dorothee Stapelfeldt (SPD), klar gemacht. Damit sind Forderungen des CDU-Kreischefs Ralf-Dieter Fischer abgelehnt, der einen Preisnachlass gefordert hatte, um die drei Bauabschnitte des Neubaugebietes zügig zu entwickeln. Fischer befürchtet, dass das Interesse an Wohnraum in dem gebiet, in dem ursprünglich in vier Bauabschnitten 1500 Wohneinheiten, die Hälfte Einzel- oder Reihenhäuser, geplant sind, durch den Bau von Deutschlands bislang größter Flüchtlingsunterkunft nachlässt und bei einem zurückgehenden Interesse angesichts weiter steigender Flüchtlingszahlen im kommenden Jahr weitere Bereich des Neubaugebiets für Flüchtlingsunterbringung herangezogen werden.

151103Vogelkamp3
Das Neubaugebiet Vogelkamp. Rot die geplante Flüchtlingsunterkunft. Blau die ZEA. Fotos: zv

Karen Pein von der IBA, die für die Vermarktung des zuständig ist, sieht solche Probleme nicht. Sie glaubt an der Attraktivität des Standortes, an dem bereits seit 25 Jahren rumgeplant wird. Zudem muss sie eingestehen, dass bereits vier Interessenten von ihrer Reservierung zurückgetreten sind und weitere 15 Interessenten Gesprächsbedarf wegen Verunsicherung haben. Zwar sind auch auf dem vierten Bauabschnitt Häuser und Wohnungen geplant. Die können aber erst realisiert werden, wenn die 80 Millionen Euro teure Flüchtlingsunterkunft rund um die Straße Am Aschenland wieder abgebaut ist. Wann das sein wird, weiß heute niemand. Experten halten einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren nicht für unrealistisch.

151103Vogelkamp2
Das teilweise entwickelte Neubaugebiet Vogelkamp.

Für die Stadt ist das Neubaugebiet ohnehin ein Millionengrab. Es ist Bauland auf morastigen Boden, das bislang Entwicklungskosten von 112 Millionen Euro verschlang und gleichzeitig bei einem Verkauf der Grundstücke lediglich 66 Millionen Euro einbringen würde. zv

Veröffentlicht 3. November 2015