FegroHarburg - Diese Nachricht ist bei Verantwortlichen in der Politik eingeschlagen wie eine Bombe. Harburg bekommt eine weitere Flüchtlingsunterkunft in unmittelbarer

Nähe der bereits bestehenden Unterkünfte an der Schlachthofstraße und der ehemaligen Post sollen jetzt auch in dem ehemaligen Fegro-Gebäude Flüchtlinge einquartiert werden. „Es ist eine der am besten geeigneten Anlagen, die wir gesehen haben“, hieß es aus der Behörde.

Bereits heute sollen die Verträge unter Dach und Fach sein. Die 11.500 Quadratmeter große Halle bietet laut Insidern Platz für um die 1500 Menschen, die im Gebäude und in Containern auf dem Parkplatz untergebracht werden. Die Belgung der Halle soll schnellstmöglich mit zunächst 300 Flüchtlingen erfolgen.

Die Harburger Politik wurde nach der Begehung von der Nachricht überrollt. Bezirksamtsleiter Thomas Völsch platzte am Abend mit den Plänen für die neue Unterkunft in die Fraktionssitzungen und sprach von einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent, dass die Halle genutzt wird.

Die Halle ist ein Neubau und war erst vor wenigen Jahren von der Fegro bezogen worden. Die konnte sich in  Harburg nicht durchsetzen. Anfang des Jahres gab das Unternehmen den Standort auf. Der Handelshof hatte das Gebäude gekauft. Lange war von einem Umzug des Handelshofs von der Nartenstraße in den Neubau die Rede gewesen, der 2016 stattfinden sollte.

„Für das Gebiet ist das normalerweise inakzeptabel. Aber ich frage mich was man machen soll und habe keine Lösung“, sagt Jürgen Heimath, Fraktionschef der SPD zu dem neuen Standort. „Die zuständigen Fachbehörden stehen mit dem Rücken an der Wand. Es kommen 500 bis 600 Menschen am Tag. Das ist ein großes Problem.“

„Eine Einrichtung an dieser Stelle und in dieser Größe ist für die Harburger Innenstadt mit den bereits vorhandenen Einrichtungen eine erhebliche Belastung. Wir haben nicht ohne Grund in der Bezirksversammlung Beschlüsse gefasst, dass es keine weiteren solcher Einrichtungen geben soll", sagt Ralf-Dieter Fischer, Fraktionschef der CDU. "Aber solange die Kanzlerin es nicht fertig bringt die Welt zu befrieden, wird es so weiter gehen. Sie hat kein sichtbar vernünftiges Konzept. Das geht dem Senat ebenso. Hier werden Unterkünfte eingerichtet ohne zu überlegen was es für die Entwicklung des Stadtteils weiter geht.“

Bertreut werden soll die Einrichtung vom DRK-Harburg, das bereits die andere Einrichtung an der schlachthofstraße betreibt. "Wir werden sehen müssen, dass wir für die neue Aufgabe überhaupt Personal bekommen", sagt Harald Krüger, Geschäftsführer des DRK-Harburg. Mittlerweile gibt es dabei massive Engpässe, die nicht nur die Betreuung, sondern auch das Sicherheitspersonal betreffen. zv