BeachclubLHarburg –  Alles fließt! Gestern noch wurde spekuliert, ob es in diesem Jahr überhaupt etwas wird mit einem Beachclub in Harburg. Das Ausweichquartier an der Ecke

Blohmstraße erwies sich zunehmend als unattraktiv. Dann taucht auf einmal ein Antrag der Linken auf. Die Forderung: ein Jahr Verlängerung am alten Standort! Und nun kommt plötzlich Uwe Schneider von der CDU und verkündet, dass der Beachclub eventuell schon in diesem Jahr an den Treidelweg umziehen kann – an jenen Ort also, der von Anfang als endgültiger Platz für den Beachclub vorgesehen war. Der aber so schnell nicht zur Verfügung stehen würde, weil die Mittel für die notwendige Sanierung der Kaimauern gestreckt worden war. Ein Potest soll jetzt die Kuh vom Eis holen

Uwe Schneider hat das nicht ohne Grund gesagt. Er hat seine Informationen natürlich aus erster Hand, nämlich von seinem Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer. Der hielt sich bei dieser Debatte allerdings raus, Beachclub-Betreiber Heiko Hornbacher ist nun einmal sein Schwager. Bezirksamtsleiter Thomas Völsch bestätigte, dass an der Geschichte etwas dran sein könnte. Die Mittel seien wieder aufgestockt worden, trotzdem müsse noch viel geklärt werden. „Das jetzt sofort die Arbeiten am Treidelweg beginnen, ist unrealistisch“, so Völsch. Er rechnet erst ab 2019 damit. Vorher stünden umfangreiche Planungen an. Das man in Sachen beachclub etwas „provisorisch mache“, sei dagegen denkbar. Dafür brauche man auch bei einer Ersatzfläche eine Genehmigung, die Befreiungen beinhalte und Ausnahmen zulasse. Das müsse man in einem sich verändernden Binnenhafen wollen und alle Beteiligten müssten an einem Strang ziehen. Die GroKo überwies den Antrag schließlich zur weiteren Beratung in den Stadtplanungsausschuss.

Konkret geht es um ein Podest, das am Treidelweg über der sanierungsbedürftigen Kaimauer gebaut wird. Dann könnte der Beachclub dort hinziehen und eine Sanierung ab 2019 sukzessiv erfolgen. Was gut klingt hat aber noch ein paar Tücken. Wer die Kosten, nach Schätzung von Experten im fünfstelligen Bereich, zu welchen Teilen oder ganz übernimmt, ist ungeklärt. Was mit den Schiffen und Booten passiert, die am Treidelweg liegen, ist ungeklärt. Ob noch Anschlüssen für Strom und Wasser gelegt werden müssen ist ungeklärt. In welchem Umfang dort Veranstaltungen stattfinden, die für den Betreiber existenziell sind, ist noch ungeklärt. Das man einen Beachclub im Harburger Binnenhafen will, ist nicht groß umstritten.

Für Hornbacher als Betreiber hätte die Podest-Lösung Vorteile. Er müsste nicht eine Zwischenstation machen. Das wäre mit erheblichen zusätzlichen Kosten verbunden. Zudem würde eine langfristig angelegte Lösung eim Treidelweg für ihn planerische Sicherheit bringen.

Was in diesem Jahr wird, ist wieder ein Punkt, der nicht geklärt ist. Die Fläche am Veritaskai ist noch nicht verkauft. Mit dem beginn der Arbeiten dort in 2015 rechnet kaum jemand. Dafür bestehen Finanzbehörde und Sprinkenhof auf ein Ende der Beachclub-Nutzung. Wird von der Seite nicht nachgegeben, wird zumindest eine Beachlubsaison 2015 in Harburg fraglich sein. Eine Umsetzung der Podestlösung am Treidlweg noch bis April oder Mai wäre sportlich. ag/zv

Veröffentlicht 25. Februar 2015