HarburgBinnenhafenmarkt, dass ist der Titel für die kleine Ersatzveranstaltung des Binnenhafenfestes im kommenden Jahr. Was man

sich grob darunter vorstellen kann, zeigten Gorch von Blomberg und Timo Blume im Kultur-Ausschuss der Bezirksversammlung. Ein Kunsthandwerkermarkt, ein Flohmarkt, eventuell mit maritimer Ausrichtung, ein Ewermarkt, ein Handwerkermarkt, der Veritaslauf, der vom Kanalplatz aus starten soll und eine offene Bühne sind die möglichen Aktionen, die stattfinden könnten. Zentraler Veranstaltungsort soll der Kanalplatz sein. Der Bezirk wird sich mit 6000 Euro beteiligen. Das Geld soll im Januar durch die Bezirksversammlung genehmigt werden.

Sehr „vielschichtige Probleme“ habe die Kulturwerkstatt in den letzten Jahren gehabt, ließ von Blomberg die Ausschussmitglieder wissen. Die Arbeit für die Ehrenamtlichen Helfer der Kulturwerkstatt, die laut Blomberg 90 Mitglieder hat, sind „verschlissen“. Deshalb habe man die „Reißleine gezogen“. „Wir wollen die längere Strecke gehen und eine vernünftige Vorbereitung für ein schönes Hafenfest 2018 haben“, so Blomberg. Was auch am Rande der Sitzung heraus kam: Schon frühzeitig war von der Kulturwerkstatt der Betrag von 35.000 Euro zunächst für 2017 beantragt worden. Dieser Antrag soll zurückgezogen worden sein. Die Summe steht aber für 2018, sollte das Binnenhafenfest wieder als große Veranstaltung geplant werden, im Raum.

Damit steht die Zukunft weiter auf wackeligen Füßen. Dass man nicht bereit ist, noch mehr, als bereits jetzt Steuergelder in die dreitägige Party zu stecken, haben die Fraktionsvorsitzenden von SPD und CDU bereits vorher deutlich gemacht. Sowohl Jürgen Heimath (SPD), wie auch Ralf-Dieter Fischer (CDU) machten vor der Sitzung wenig Hoffnung auf zusätzliche Gelder aus dem Bezirk, der zuletzt knapp 25.000 Euro in das Fest zugeschossen hatte. Eine institutionelle Förderung des Festes, die die Kulturwerkstatt favorisiert, ist unwahrscheinlich.

Zumindest kamen aus der Politik wertvolle Tipps, beispielsweise von Jürgen Marek von den Grünen, der Stiftungen wie die Deutsche Umwelthilfe ins Spiel brachte, die „ganz andere Summen“ für solche Sachen ausgeben. Ob das dann ein Fest im bisherigen Sinne bleiben würde, ist offen.

Dass 2017 trotz der absage des Binnenhafenfestes etwas passieren soll, ist für die Kulturwerkstatt klar. „Nix ist blöd“, stellte von Blomberg fest. Das könnte es für ihn und seine Mitstreiter werden, wenn man sich ein Jahr ganz zurück zieht. tatsächlich werden. Es gibt auch andere Veranstalter. Das lange und erfolgreiche Vorarbeit, die beim Binnenhafenfest von der Kulturwerkstatt geleistet wurde, nicht unbedingt zählt, haben Teile der Harburger Politik schon in Sachen Beachclub gezeigt und forderten eine Ausschreibung.

So gibt es auch hinter den Kulissen Stimmen, die dafür plädieren, das Fest von einem professionellen Veranstalter zumindest mit zu gestalten lassen. Tatsächlich dürfte dem normalen Besucher das kaum auffallen. Das Binnenhafenfest unterscheidet sich in den Basics kaum von dem Außenmühlenfest. Es ist die nahezu gleiche Mischung aus verschiedenen Bühnen, kulinarischen Angeboten und Präsentationsständen von Firmen und Institutionen, die auf der Festmeile zu finden sind. Und selbst die Organisatoren einzelner Parts sind austauschbar.  Und auch die Illusion, dass Harburg mit seinem Binnenhafenfest etwas Einzigartiges hat, kann man nur aufrecht erhalten, wenn man den Blick über den Tellerrand tunlichst vermeidet. Eigentlich macht jedes Städtchen mit Hafen vergleichbare Veranstaltungen.

Experten halten mittlerweile eine Verkleinerung des Binnenhafenfestes für eine gute Lösung. „Man muss als Veranstalter zwei Seiten im Blick haben“, so eine Aussage. „Die Schausteller müssen klar kommen und die Gäste müssen das Fest annehmen.“ Das scheint, zumindest von der Seite der Schausteller, nicht unbedingt der Fall zu sein. „Beim Binnenhafenfest waren zuletzt zu viele Standbetreiber, die vergleichbare Angebote haben“, so der Insider. Ob ein kleineres Fest für Sponsoren interessant bleibt, die bislang ohnehin kaum generiert wurden, ist nicht absehbar. Damit wären auch Veranstaltungen wie der Hafenlauf in Gefahr, die ihren Sponsoren nicht mehr das Umfeld wie vorher bieten könnten. zv