150920MNight6Harburg - Benni Bazooka ist gut drauf. Er schüttelt die schwarze Mähne, springt, zerrt am Mikro, und will wissen, ob sein Feeling auch das Publikum gepackt hat. „Seid ihr gut drauf",

brüllt er. „Ja“ schallt es zurück. Man ist gut drauf im proppevollen Ballroom im Phoenix-Viertel. Der Auftritt der Hardrocker „The Colts“aus dem Sauerland ist einer der vielen Höhepunkte einer saugeilen Misic Night. Harter Rock, stimmgewaltiger Soul, Jazz, Indie-Folk, Country, Oldtime-Swing. Wer an diesem Abend nicht auf seine Kosten kam, hat was mit den Ohren.

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The Colts in Marias Ballroom. Foto: zv

Was die Macher von SuedKultur auf die Beine gestellt haben, ist richtig gut – gut weil es sein Publikum findet. In der Kneipe Stumpfe Ecke im Seeveviertel ist es voll – richtig voll. Umfallen. Unmöglich. Die Leute kommen und gehen. Es wird geklatscht, gejohlt. Bombenstimmung auf wenigen Quadratmetern.

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Volle Kneipe in der Stumpfen Ecke. Foto: zv

Etwas gelockerter geht es im Café Kleiner Ozean auf Werner Pfeifers Wohnschiff im Binnenhafen zu. Es ist voll, als Lex Liberty aus Flensburg in der mit Abstand abgelegendsten Location der Music-Night spielen. Macher Werner Pfeifer ist zufrieden. Er hat extra einen kleinen Fährdienst eingerichtet, lässt die Music Night Fans vom Kanalplatz zur Stadersand schippern. Zwar herrscht nicht Drängelatmosphäre, aber es ist richtig gut besucht. „Es war fantastisch“, sagt Pfeifer. „Wir hatten von 18 Uhr an ein volles Schiff. Es waren neben Stammpublikum sehr viele junge Leute da, die ich noch nicht kannte und die wir mit der Veranstaltung in den Hafen gezogen haben.“

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Musik an Bord auf der Stadersand. Foto: zv

Im Speicher am Kaufhauskanal hat man sich vertan – mit der Bestuhlung. „Wir hätten mehr aufstellen sollen“, sagt Geschäftsführer Henry C. Brinker. Der andrang hat ihn freudig überrascht. Mehr Publikum ist gan diesem Abend ekommen, um Nora Sänger im engen glitzernden Kleinen zu sehen und die Songs der Soul-Diven der 80er und 90er Jahre zu hören. Mit dabei Malin und Benedikt Fleischer, die dem Konzert zusätzlich Stimmer verliehen. Vorher hatte Thommie Bayer aus eigenen Werken gelesen.

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Nora Sänger im Speicher am Kaufhauskanal. Foto: zv

Im Old Dubliner in der Lämmertwiete hieß es: Nur wen einer rausgeht, kommt einer rein. Mikel OneTwo auf der Bühne hieß nicht nur Rock´n Roll und Rockabilly, sondern auch gute Stimmung und großer Andrang. Das ist nicht einfach in einer Location, in dem das Bier im Pitcher, einer 1,5 Liter fassenden Kanne, serviert wird und die Kellnerinnen voll Tabletts durch die Mengen balancieren müssen.

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Mikel OnTwo im Old Dubliner. Foto: zv

Zufrieden waren auch die vielen anderen, die mitgemacht haben. Das Komm Du, die Technische Universität, die Kneipe Bla Bla oder die GSH, die erstmals dabei war. Werner Pfeiefer bringt es auf den Punkt: „Mit der Music Night kann sich Harburg schmücken.“ zv