121115BrueckeBinnenhafen – Von „ingenieurtechnische Vernunft“ und „höchster gestalterischer Anmut“, schwärmte Oberbaudirektor Jörn Walter im Frühjahr 2011 im Zusammenhang mit der geplanten Drehbrücke am Kanalplatz. Das

hat sich erledigt. Das Projekt ist geplatzt. Am Donnerstagabend wird im Stadtplanungsausschuss die Aufhebung der laufenden Ausschreibung verkündet. Zuvor hatte sich eine weitere erhebliche Preissteigerung abgezeichnet. Der Hintergrund: Der einzige Bieter, der im Kostenrahmen bleiben würde, hat keinerlei Erfahrung im Brückenbau. Das Angebot des süddeutschen Unternehmens wird kritisch gesehen, zumal alle Bieter mit dem entsprechenden Know-how und belastbaren Referenzen deutlich teurer sind. Kämen sie zum Zug, würde die Drehbrücke statt der zuletzt genannten 3,65 Millionen Euro eher 4,5 bis 6 Millionen Euro kosten.  Zu viel Geld für den Bezirk, zumal die Fachbehörde und auch die IBA, die sich mit der Brücke schmücken wollte, nicht bereit sind sich an den steigenden Kosten auch nur zu beteiligen.
Bei der SPD spricht man von einer Notbremse. Die dürfte man nur unter Qualen getzogen haben. Zumal man in der Brücke eine wichtige Erschließungsmaßnahme für die Schlossinsel sieht. Dort entstehen gerade zahlreiche Wohnungen. Unter anderem die „Marina auf der Schlossinsel“ mit 162 Eigentums- und Mietwohnungen der gehobenen Kategorie. Projektentwickler Frank Lorenz sprach dann auch von einer „Katastrophe“ falls die Brücke nicht kommen sollte.
Das ist offen. Die Politik will jetzt eine seriöse Kalkulation und dann eine erneute Ausschreibung. Ob das eine Drehbrücke sein wird, oder ob für das verfügbare Geld eher ein „Kippelstieg“ gebaut werden kann, steht noch in den Sternen. Denn zumindest müsste auch bei einer billigeren Lösung die Brücke sich so öffnen lassen, dass Schiffe durchkommen. zv