121108staelensNeugraben- Die Talfahrt des Volleyballklubs VT Aurubis geht unvermindert weiter. Nach dem enttäuschenden Saisonstart in der Bundesliga mit vier Niederlagen in vier Spielen und dem vorletzten Tabellenplatz, verpasste das Team

von Headcoach Jean-Pierre Staelens am Dienstagabend auch noch den Einzug in das DVV-Pokal-Viertelfinale. Beim Köpenicker SC wurde mit einem deutlichen 0:3 (25:23;25:17;25:22) die fünfte Pleite in Serie besiegelt sowie das vom Hauptsponsor Aurubis ausgerufene Saisonziel Halbfinale früh verpasst. Keine Frage: Die Situation beim Volleyball-Verein ist brenzlig und alarmierend zugleich. Der Druck auf Coach Staelens wird immer größer, die Nervosität ob der Negativ-Serie nimmt im Umfeld stetig zu. Noch aber hält die sportliche Leitung an ihrem Trainer fest und vertraut auf die Erfahrung des 57-Jährigen. Die Ursachen für die Niederlagen sind offensichtlich: Dem Team mangelt es nach den negativen Erfahrungen an Sicherheit und Selbstvertrauen, dass wurde besonders gegen Wiesbaden und Köpenick deutlich, wo den Volleyball-Damen immer wieder leichte Fehler unterliefen, die am Ende Punkte kosteten. Doch das ist nicht die einzige Baustelle für Staelens. Er sagt: "Außerdem passt unser Aufschlage-Annahme-Spiel noch nicht, hier müssen wir uns auf jeden Fall verbessern."

 

Zu den Fehlern auf dem Feld gesellen sich noch kleinere und größere Verletzungen, die das Team immer wieder zurückwarfen. Zum Heimpiel-Start gegen den Double-Sieger Schweriner SC fiel die neue Zuspielerin Femke Stoltenberg mit einem Fingerbruch aus, auf Diagonalangreiferin Paulina Brys, die an der Schulter operiert wurde, muss Staelens bis Ende des Jahres verzichten. Am letzten Samstag hat sich mit Vendula Merkova eine weitere Stütze des Teams bei einem Sprung verletzt. Ob und wie lang die Tschechien fehlt ist noch nicht klar. "Es ist bitter, wenn mir diese Spielerinnen nicht zur Verfügung stehen oder immer wieder ausfallen" Das erschwert die Trainingsarbeit, so Staelens.

Doch die angespannte Personalsituation darf laut Manager Helmut von Soosten nicht als Ausrede herhalten: "Wir haben den Kader vor der Saison mit erfahrenen Spielerinnen verstärkt und die sind jetzt auch gefragt", lautet die unmissverständliche Botschaft des Managers, vor den kommenden Aufgaben. Die nämlich haben es richtig in sich. Am 10. November muss der VTA beim VCO Berlin antreten, am 14. November geht es dann in der "CU-Arena" im Europapokal gegen Savinjska Sempeter. Nach diesen Begegnungen soll eine Analyse der sportlichen Situation und des bisherigen Saisonverlaufs stattfinden, dass kündigte von Soosten gegenüber harburg-aktuell an. An diesem "jour fixe", wie von Soosten diese Sitzungen mit Präsident Horst Lüders, Aurubis-Vorstand Dr. Michael Landau und dem Trainer-Gespann bezeichnet, soll Staelens Gründe für den schwachen Start nennen. "Wir werden ganz nüchtern und sachlich analysieren und gemeinsam schauen was wir verändern müssen".

Eines ist klar: Kann Staelens auch in den nächsten Spielen die Talfahrt nicht stoppen, könnte es für den Belgier richtig ungemütlich werden. (pw)